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Was wächst denn da? -Teil 38

Ein Hauch von Frühling liegt in der Luft

Man kann sie unmöglich alle kennen oder über Detailwissen zu den schönen Bäumen, Büschen, Gehölzen und Blumen verfügen, die in den vielen Gärten und Parkanlagen in den Elbvororten grünen und blühen. Anne Krischok, die Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens ist und Revierleiterin Angela Jahns berichtet uns in dieser Folge über Christrosen.

Alle Helleborus-Arten lieben leicht absonnige bis halbschattige Standorte. Direkte Wintersonne ist nicht optimal. Sie kann dazu führen, dass die Blätter vertrocknen. Fotos: Jahns



Christrosen, Lenzrosen und andere Helleborus-Arten bringen zwischen Dezember und April Farbe und Frische in den Garten. Zur Gattung Helleborus gehören insgesamt 19 Arten, die in Europa, Teilen Chinas und Vorderasiens heimisch sind. Der Blütenreigen im Garten beginnt mit Helleborus niger, der Christrose oder Schneerose. Sie blüht mit reinweißen Blüten um die Weihnachtszeit herum und ist deshalb die einzige echte „Christrose". Im Februar folgen die Lenzrosen (Helleborus Orientalis-Hybriden). Sie bieten eine Vielzahl an Farben und Formen und gehören damit zu den Highlights des Winters.  Die Blütenfarbe ist bei Kälte besonders intensiv. Zur gleichen Zeit blüht auch die heimische Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus) mit kleinen hellgrünen Blüten. Ihre Blätter verströmen einen leicht unangenehmen Duft.


Die Korsische Nieswurz (Helleborus argutifolius) blüht am Hauptweg - ihre grüngelben Blüten werden bei Sonnenschein gerne von Insekten besucht.

Christrosen oder Schneerosen (Helleborus niger) sind im Blumenhandel als Topfpflanze erhältlich. Sie werden im Labor vermehrt und sind daher in großen Stückzahlen zu einem festen Termin zu kultivieren. Am Ende des Winters können sie vom Balkonkasten in den Garten umgepflanzt werden. Christrosenwurzeln wachsen nur bei kühlen Temperaturen. Daher sollte man sie nicht zu lange im Topf lassen, wenn man sie in den Garten pflanzen möchte.

Besonders auffällig sind die Blüten der Lenzrosen (Helleborus x orientalis). Die immergrünen Pflanzen bilden dichte Horste, mit zum Teil acht Zentimeter großen Blüten. Sie begeistern durch ihre leuchtenden Farben. Dazu gibt es außer den einfachen Blüten auch gefüllte und mehrfarbige Sorten. Gleich am Eingang wächst die Abchasische Nieswurz oder Lenzrose (Helleborus Orientalis-Hybride ‚Early Ruby‘). Sie gedeiht im Halbschatten, im durchlässigen, humusreichen Lehmboden, mit leicht alkalischen bis neutralem pH-Wert.


Viele Sorten begeistern mit leuchtenden Farben.

Christrosen oder Schneerosen (Helleborus niger) sind im Blumenhandel als Topfpflanze erhältlich. 

Gleich am Eingang des Botanischen Gartens wächst die Abchasische Nieswurz oder Lenzrose (Helleborus Orientalis-Hybride ‚Early Ruby‘).

Der Name Nieswurz wird für mehrere Arten verwendet. Ein Namenszusatz, der vom botanischen Artnamen abgeleitet wurde, hilft bei der Unterscheidung. Als Grüne Nieswurz wird Helleborus viridis bezeichnet, als Duftende Nieswurz Helleborus odorus. Die Korsische Nieswurz (Helleborus argutifolius) blüht am Hauptweg - ihre grüngelben Blüten werden bei Sonnenschein gerne von Insekten besucht. Die wintergrüne Staude wirkt durch die dunkelgrünen, lanzettlichen Blätter mit dem gezähnten Rand sehr markant. Sie gedeiht auch gut in Kübeln. Die Stinkende Nieswurz (H. foetidus) blüht hellgrün. Sie gehört zu den eher kurzlebigen Pflanzen.


Der Name Nieswurz entstand wegen des Niesreizes, den zerriebene Pflanzenteile von Helleborus hervorrufen. Helleborus x sternii, eine Kreuzung aus Korsischer und Balearen-Nieswurz gehört zu den wenigen stammbildenden Arten, d.h. diese Pflanzen entwickeln aufrechte, verholzte Triebe, aus denen die Blätter und Blüten wachsen.


Christrosen oder Schneerosen (Helleborus niger) sind im Blumenhandel als Topfpflanze erhältlich.

Alle Helleborus-Arten lieben leicht absonnige bis halbschattige Standorte. Direkte Wintersonne ist nicht optimal. Sie kann dazu führen, dass die Blätter vertrocknen. Im Vollschatten werden weniger Blütenknospen ausgebildet. Gut geeignet ist ein Standort unter laubabwerfenden Gehölzen. Hier werden im Sommer die Blätter vor dem Verbrennen geschützt und im Winter kommen die Blüten zur Geltung. Je sonniger der Standort ist, desto mehr Feuchtigkeit brauchen die Pflanzen. Das flache fleischige Wurzelsystem der Pflanzen reagiert auf Staunässe und Störungen durch Bodenbearbeitung sehr empfindlich. Daher sollte man sie an einen Ort pflanzen, an dem sie möglichst wenig gestört werden.

Leichte Sandböden können mit Komposterde verbessert werden. Sollen Pflanze durch Teilung vermehrt geschieht das am besten in der kalten Jahreszeit. Die empfindlichen Wurzeln sollten dabei wie rohe Eier behandelt werden. Die Teilstücke benötigen im ersten Winter einen Schutz aus Laub und Tannenreisig.

Gedüngt werden die Pflanzen am besten mit einem Tomaten- oder Rosendünger, denn sie benötigen Phosphor und Kali für ein gutes Wachstum.


Das alte Laub sollte vor dem Blütenaustrieb abgeschnitten werden. Dadurch kommen die Blüten besser zur Geltung. Zusätzlich dient die Pflegemaßnahme zur Vorbeugung vor der Schwarzfleckenkrankheit. Dieser Pilz bildet im Frühjahr auf den Blättern braune bis schwarze Flecken, die mit der Zeit immer größer werden können. Wenn auf den Blättern statt Flecken feine schwarze Linien oder Streifen zu sehen sind, handelt es sich um eine Viruserkrankung, die durch Blattläuse übertragen wird. In diesem Fall sollte die Pflanze ausgegraben werden und im Hausmüll entsorgt werden. Helleborus können gut mit frühblühenden Stauden und Blumenzwiebeln, wie dem Schneeglöckchen kombiniert werden. Sie bilden dann zusammen wunderschöne Teppiche.

Angela Jahns/mk

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