Was wächst denn da? -Teil 36
Vorfreude auf den Frühling pflanzen
Man kann sie unmöglich alle kennen oder über Detailwissen zu den schönen Bäumen, Büschen, Gehölzen und Blumen verfügen, die in den vielen Gärten und Parkanlagen in den Elbvororten grünen und blühen. Anne Krischok, die Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens ist und Revierleiterin Angela Jahns berichten uns in dieser Folge, wie man aus einer Rasenfläche eine bunte Blumenoase macht.
Im Frühling ein prächtiger Anblick: die Krokuswiese. Fotos: Jahns
Aus einer Rasenfläche soll eine bunte Blumenwiese werden – dieser Plan will gut vorbereitet werden. Zunächst muss die Pflege des Rasens geändert werden, soll heißen, der Rasen wird nur zweimal im Jahr gemäht und das Schnittgut entfernt. ußerdem wird er nicht mehr gedüngt. Durch Beimengung von Sand oder feinem Kies kann man den Boden zusätzlich abmagern und lockern.
Die Wiese mit den Narzissen zieht alle Blicke auf sich.
Auch im Beet machen sich Narzissen hübsch.
Je nach Größe der Rasenfläche und nach Vorliebe kann man die gesamte Fläche großflächig mit einzelnen Stauden bepflanzen oder man bepflanzt kleine Teilbereiche in Inseln, Streifen oder Quadrate. Zusätzlich kann man die Fläche durch Rasenwege strukturieren, die anders als die restliche Fläche, regelmäßig gemäht werden. Um möglichst vielen Insekten Nahrung anbieten zu können und um lange ein schönes Bild zu haben, sollten verschiedene Pflanzen mit unterschiedlichen Blütenfarben und Blütezeitpunkten ausgewählt werden.
Für eine sonnige, trockene Rasenfläche eignen sich unter anderem: Krokusse, Traubenhyazinthen, Zierlauch, Dichternarzissen, Osterglocken, Wiesenschafgarbe, Färberkamille, Mädesüß, Wiesenmargerite, Schwarzwurzel. Die Pflanzen werden einzeln oder in Tuffs von drei bis fünf Pflanzen gepflanzt. Der Abstand zwischen den Pflanzen sollte mindestens 40 Zentimeter betragen. Vor dem Pflanzen wird der Rasen, in den Bereichen, die bepflanzt werden sollen, großzügig mit einem Spaten abgestochen und entfernt.
Dichternarzissen haben wunderschöne Blüten.
Danach wird der Bereich umgegraben und Sand oder feiner Kies eingearbeitet. Nun werden die Pflanzen verteilt, gepflanzt und gewässert. Im ersten Jahr nach der Pflanzung müssen die Pflanzen bei Trockenheit gegossen werden.
Ab Mitte August, wenn die meisten Pflanzen verblüht sind, kann gemäht werden. Zu empfehlen ist, partiell zu mähen, damit Insekten die Möglichkeit zum Umzug auf andere Pflanzen haben. Aus dem gleichen Grund bleibt das Mähgut einige Zeit liegen und wird erst nach ein paar Tagen entfernt. Doch für eine ausgewachsene Wiese fehlt, gerade in städtischen Gärten, oft der Platz.
In kleinen Gärten können Beete mit Stauden bepflanzt werden, die einen Wiesencharakter haben. Gut geeignet sind Gräser wie das Pfeifengras, Molinia, zusammen mit Zwiebelpflanzen und Blütenstauden, zum Beispiel Narzissen, Prärielilien, Taglilien und Plox. Dazu können gerade in den ersten Jahren als Lückenfüller Einjährige, wie Gaura, kombiniert werden.
Dank der milden Temperaturen können jetzt noch die Blumenzwiebeln der Frühblüher gepflanzt werden. Wenn es nicht friert, kann man auch im Januar pflanzen. Diese Pflanzen kommen dann später zur Blüte. Anregungen für die Wiesen- oder Beetgestaltung kann man sich an verschiedenen Stellen im Loki-Schmidt-Garten holen.
Angela Jahns/mk
Eine Gräserwiese im Garten als Ruheoase.
Ein Beet mit knallig buntem Phlox macht Lust auf den Sommer.

Wer de Platz hat, kann sich eine große Wildblumenwiese anlegen.
Margeriten gehören zu den Klassikern im Blumenbeet.