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Was wächst denn da? -Teil 26

Herbstzeit ist Pflanzzeit…

Man kann sie unmöglich alle kennen oder über Detailwissen zu den schönen Bäumen, Büschen, Gehölzen und Blumen verfügen, die in den vielen Gärten und Parkanlagen in den Elbvororten grünen und blühen. Mit Anne Krischok, die Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens ist, und dem Team der Anlage an der Ohnhorststraße in Klein Flottbek, stellen wir einige Pflanzen vor und berichten über Besonderheiten. In dieser Folge gibt es Tipps von Revierleiterin Angela Jahns in Sachen Herbstpflanzungen.

Der Herbst eignet sich gut zur Neu- oder Umgestaltung des Gartens. Hier wird ein Rhododendron umgepflanzt. Fotos: Jahns



… für Rhododendren, Ilex, Eiben, Rosen, Obstgehölze, Heckenpflanzen, Stauden und Blumenzwiebeln. Der Herbst eignet sich gut zur Neu- oder Umgestaltung des Gartens. Den Sommer über konnte man seinen Garten genießen, Pflanzen und ihr Wachstum beobachten, neue Ideen sammeln. Dabei ergibt sich oft die Feststellung, dass einige Pflanzen zu üppig wachsen und andere verdrängen, andere sind krank geworden und eingegangen.

Für eine Pflanzung im Herbst spricht, dass viele Pflanzen in dem noch sommerlich warmen Boden einwurzeln und sich an den neuen Standort gewöhnen können.

Bei einem Besuch im Botanischen Garten können Gartenfreunde gerade im November viele Pflanzarbeiten beobachten.

Niederschläge und kühle Nächte unterstützen das Wachstum. Bereits eingewurzelte Pflanzen können sich in trockenen Frühjahren selber versorgen und müssen nicht zusätzlich gewässert werden. Das spart Arbeit und Wasser. Gehölze und Stauden können umgepflanzt werden, solange der Boden frostfrei ist, also auch im Winter. Der richtige Zeitpunkt ist abhängig vom Typ der Pflanze. Es geht weniger darum, ob es sich um ein Gehölz oder um eine Staude handelt, sondern darum, ob die Pflanze immergrün oder laubabwerfend ist und wie gut sie Frost verträgt.

Nadelbäume und Koniferen sollten bereits im September umgepflanzt werden. Zu dieser Zeit wachsen sie noch an, machen feine Wurzeln und können so gut einen Winter mit trockenen Ostwinden gut überstehen. Bei einer Pflanzung im Frühjahr ist der beste Zeitpunkt, wenn schon die ersten Spitzen der neuen Triebe zu sehen sind. Bei laubabwerfenden Pflanzen welken die Blätter im Herbst und fallen ab. Sie werden am besten in der Zeit von Oktober bis April umgepflanzt. Stauden werden im Spätsommer und im Frühherbst geteilt und umgepflanzt. Frostempfindliche Stauden wie Gräser und Farne teilt und pflanzt man dagegen besser erst im Frühjahr.

Wurzelnackte Pflanzen wachsen häufig deutlich besser an, denn der Nachteil von Containerpflanzen ist, dass sie in einem nahrhaften Substrat optimal versorgt werden, gerne im Containersubstrat weiterwachsen und nicht im Gartenboden verwurzeln.

Allgemein sollten Pflanzen im Herbst nicht zurückgeschnitten werden. Sie sehen bei Raureif oder schneebedeckt im winterlichen Garten sehr reizvoll aus.

Was ist bei der Pflanzung zu beachten: 
Der Boden wird gut gelockert und von Unkraut befreit. Vorhandener Kompost kann mit eingearbeitet werden. Vorher sollte man sich die Pflanze und die Pflegehinweise auf dem Etikett gut anschauen: Ist sie eher für trockene oder für feuchte Standorte geeignet, mag sie lieber Sonne oder Schatten?


Vor dem Einpflanzen müssen getopfte Gehölze und Stauden gut gewässert werden. Der Topfballen wird in einen mit Wasser gefüllten Eimer getaucht bis keine Luftblasen mehr aufsteigen, wurzelnackte Gehölze werden etwa eine Stunde in Wasser gestellt. Allgemein sollten Pflanzen im Herbst nicht zurückgeschnitten werden. Sie sehen bei Raureif oder schneebedeckt im winterlichen Garten sehr reizvoll aus und bieten zudem Insekten einen geschützten Platz zum Überwintern.


Rosen, Obstgehölze und Heckenware wird oft „wurzelnackt“ angeboten. Wurzelnackt bedeutet, dass die Pflanzen in der Baumschule auf einem Feld herangezogen wurden und ohne Erde an den Wurzeln, also ohne Ballen, Topf oder Container, frisch geerntet verkauft werden. Das hat große Vorteile: Die Pflanzen sind deutlich preiswerter und leichter zu transportieren. 20 wurzelnackte Rosen kann man, gebündelt zu jeweils zehn Stück in einem Bund, in einer Einkaufstasche transportieren. 20 Rosen in Töpfen – da kann allein der Transport eine logistische Herausforderung sein. Die Vermeidung von Töpfen, die hinterher entsorgt werden müssen und von Torfsubstraten, ist zudem umweltfreundlich.

Nadelbäume und Koniferen sollten bereits im September umgepflanzt werden.

Wurzelnackte Pflanzen wachsen häufig deutlich besser an, denn der Nachteil von Containerpflanzen ist, dass sie in einem nahrhaften Substrat optimal versorgt werden, gerne im Containersubstrat weiterwachsen und nicht im Gartenboden verwurzeln. Das fällt zunächst nicht weiter auf. Erst in Trockenperioden oder wenn die Pflanze größer geworden ist zeigen sich Schäden. Sie müssen dann wesentlich öfter gewässert werden. Wurzelnackte Gehölze kann man nur in der Ruhephase zwischen Oktober und April kaufen.

­Die Pflanzzeit endet mit der ersten Aprilwoche, danach sind die Pflanzen meist schon so weit ausgetrieben, dass sie Anwachsschwierigkeiten bekommen können. Falls die Pflanzen nicht gleich nach dem Kauf gepflanzt werden, können sie in einer schattigen Gartenecke eingeschlagen werden: Ein provisorisches Loch schaffen und die Wurzeln mit Erde bedecken und wässern. Falls das nicht möglich ist, sollten zumindest die Wurzeln mit einem feuchten Tuch bedecken werden.


Beim Kauf von Blumenzwiebeln ist darauf zu achten, dass die Zwiebeln nicht zu stark ausgetrocknet sind. Besonders Schneeglöckchen nehmen das übel. Sie werden am besten kurz nach der Blüte geteilt und umgepflanzt. Blumenzwiebel werden in der Regel doppelt so tief gepflanzt, wie sie groß sind: Hat die Zwiebel drei Zentimeter Durchmesser, wird sie sechs Zentimeter tief gepflanzt. Danach muss sich nicht weiter um sie kümmern. Sie versorgen sich selber.  Bei einem Besuch im Botanischen Garten können Gartenfreunde gerade im November viele Pflanzarbeiten beobachten.

Angela Jahns/ mk



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