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Was wächst denn da? -Teil 25

Wenn die Heide blüht

Man kann sie unmöglich alle kennen oder über Detailwissen zu den schönen Bäumen, Büschen, Gehölzen und Blumen verfügen, die in den vielen Gärten und Parkanlagen in den Elbvororten grünen und blühen. Mit Anne Krischok, die Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens ist, und dem Team der Anlage an der Ohnhorststraße in Klein Flottbek, stellen wir einige Pflanzen vor und berichten über Besonderheiten. In dieser Folge berichtet Revierleiterin Angela Jahns über die Besonderheiten von Heide-Pflanzen, die einige von Ihnen bestimmt auch im Garten angepflanzt haben.

Wunderschön anzusehen: die Heideflächen auf dem Kiefernhügel. Fotos: Jahns



Schon gewusst? Die Sommer- oder Besenheide, Calluna vulgaris, die das Landschaftsbild der Lüneburger Heide prägt, ist botanisch keine Erica, sondern eine Calluna. Beide gehören zur großen Familie der Heidekrautgewächse und sind beliebte Insektenfutterpflanzen. Ab dem Spätsommer wird Heidekraut, Calluna, in vielen Farben und Formen in Gärtnereien angeboten. Die anspruchslosen immergrünen Pflanzen eignen sich sehr gut für Balkonkästen, Kübel und kleine Gärten.

Inmitten der Fläche auf de Kiefernhüge befindet sich die Skulptur „Mensch und Tier“ von der Bildhauerin Maren Lipp.

Doch aufgepasst: Viele der angebotenen Pflanzen sind für Bienen und Hummeln völlig nutzlos, denn es sind sogenannte Knospenblüher, deren Blüten Insekten keine Nahrung bieten. Heide blüht lange, wenn die Sorte so gezüchtet wurde, dass die Knospen nie ganz aufblühen, sondern im Knospenstadium stehen bleiben. So können sie nicht befruchtet werden, verblühen nicht und die dekorativen Knospen bleiben bis in dem Winter hinein an der Pflanze. In Gärtnereien wird auch insektenfreundliches Heidekraut angeboten, mit ungefüllten Blüten, die sich öffnen und von Bienen besucht werden können. Es blüht im August und September.

Vor einigen Jahren wurde im Alpinum eine kleine Heidefläche angelegt, in der man gut beobachten kann, wie beliebt Heideblüten bei Insekten sind. Heidekraut-Spezialisten wie Sandbienen, Andrena fuscipes und Seidenbiene, Colletes succinctus, sind im heimischen Garten eher nicht anzutreffen. Sie benötigen große Heideflächen wie in der Lüneburger Heide. Die Loki-Schmidt-Stiftung hat die Besenheide 2019 zur Pflanze des Jahres gekürt, denn die Lebensräume dieser Pflanzen sind bedroht.

Auch Schmetterlinge lieben die Heidepflanzen.

Viele Arten sind zu bestaunen – wie die leuchtend rosa Amethyst-Sorte.

Im System blüht Ende Juli die Moorheide, Erica tetralix 'Tina', im Moorbeet. Im Beet der Ordnung Ericales sind auch andere Familienmitglieder der Familie der Heidekrautgewächse vertreten. Ab August blüht die Cornwall-Heide, Erica vagans ‚Mrs D.F. Maxwell‘, auf dem Kiefernhügel. Die beliebte, tiefrosa blühende Sorte wurde bereits 1923 auf der Lizard Halbinsel im Süden Cornwalls gefunden. Ab November wird in den Gärtnereien die in Mitteleuropa heimische Schneeheide, Erica carnea, in vielen Sorten angeboten. Die robusten Pflanzen trotzen auch einer Schneedecke oder starkem Frost und präsentieren ihre farbenprächtigen Blüten von November bis Ende April.

Die Schneeheide blüht auch im Winter.

Die lange Blühdauer der verschiedenen Sorten von der Schneeheide sorgt für ein reichhaltiges Nektar- und Pollenangebot von November bis April.

Auf dem Kiefernhügel am Bauerngarten hat sich eine schöne Schneeheidefläche etabliert. Inmitten der Fläche befindet sich die Skulptur „Mensch und Tier“ von der Bildhauerin Maren Lipp. Die lange Blühdauer der verschiedenen Sorten von der Schneeheide sorgt für ein reichhaltiges Nektar- und Pollenangebot von November bis April. Anfang des Jahres lieben besonders Hummeln die frühen Blüten. Nachdem die Königinnen den Winter im geschützten Winterversteck verbracht haben, stärken sie sich an den nektarreichen Blüten der Schneeheide.

Auf dem Kiefernhügel am Bauerngarten hat sich eine schöne Schneeheidefläche etabliert.

Andere überwinternde Schmetterlinge wie „Kleiner Fuchs“, „Tagpfauenauge“ und „Zitronenfalter“, freuen sich ebenfalls über die frühen Nektarquellen. Die beste Pflanzzeit für Heide ist September, Oktober oder von März bis Mai. Je nach Art bevorzugen die Pflanzen einen lockeren Boden mit schwach saurem bis saurem pH-Wert von 4 bis 5. Eine Ausnahme bildet die Schneeheide. Sie mag einen etwas humoseren und nicht ganz so sauren Boden. Die pflegeleichten Pflanzen benötigen Licht und Sonne. Sie sollten regelmäßig im zeitigen Frühjahr zurückgeschnitten werden, sonst vergreisen sie.

Angela Jahns/ mk

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