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Was wächst denn da? - Teil 20

Ein Feuerwerk der Blütenfarben – der Japangarten im Frühling

Man kann sie unmöglich alle kennen oder über Detailwissen zu den schönen Bäumen, Büschen, Gehölzen und Blumen verfügen, die in den vielen Gärten und Parkanlagen in den Elbvororten grünen und blühen. Mit Anne Krischok, die Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens ist, und dem Team der Anlage an der Ohnhorststraße in Klein Flottbek, stellen wir einige Pflanzen vor und berichten über Besonderheiten. In dieser Folge nehmen uns Anne Krischok und Angela Jahns, die Revierleiterin der Anlage, mit in den Japangarten.

Die Grundelemente Stein, Wasser und Pflanzen sorgen für eine ruhige, harmonische Atmosphäre. Fotos: Jahns



Ein besonderes Kleinod im Botanischen Garten ist der japanische Garten. Er wurde 1979 mit den Elementen Wasser, Stein und Pflanze von dem bekannten japanischen Gartenarchitekten Yoshikuni Araki (1921-1997) aus Osaka gestaltet. Araki suchte die Steine persönlich aus und begleitete mit seinen Helfern die Arbeiten vor Ort. Der Garten kann von zwei Eingängen aus betreten werden: auf der östlichen Seite durch eine kleine Allee aus japanischen Sicheltannen und auf der westlichen Seite durch ein Spalier aus Eibenhecken.


Das Feuerwerk der Farben beginnt im März/ April mit der Kirschblüte, danach blühen die Azaleen im Randbereich und im Herbst folgt dann die Laubfärbung.

Kiefern, Zierkirschen, Ahorne (gerne auch in Bonsaiform), Azaleen, Blattschmuckstauden, Farne und Gräser bilden einen tollen Kontrast zu Wasser, Holz und Stein.

Schon beim Betreten des Gartens wird man von der besonderen Atmosphäre dieses liebevoll gepflegten Gartens eingenommen. In seiner Mitte befindet sich eine Teichanlage mit einer Brücke. Von ihr kann man den ganzen Garten überblicken. Im nördlichen Bereich befindet sich ein Hang, der so mit Steinen gestaltet wurde, das der Eindruck entsteht, einen Karesansui zu sehen, das heißt, einen ehemaligen Flusslauf, in dem einst Wassermassen die Hänge hinab in die Tiefe stürzten. Durch die Kraft des Wassers wurden die Steine im Verlauf immer kleiner und gingen von kantigen in gerundete Formen über bis hin zu feinem Sand. Im Randbereich wachsen Kiefern, Kirschen und Ahornbäume. Hält man einen Moment inne, kann man durch das Wiegen der Bäume im Wind ein Geräusch vernehmen, so, als ob Wasser durch ein ausgetrocknetes Flusstal strömt. Im Kieselmeer befindet sich eine kleine Zen-Plattform, von der man den Karesansui besonders gut sehen kann. Steine und Wasser sind die wichtigsten Elemente in einem japanischen Garten.


Die Steinlaterne in der Mitte des Gartens wurde von Araki Yoshikuni gespendet. Im Randbereich steht eine weitere eine Steinlaterne. Sie wurde von einer Hamburger Familie gespendet. Diese Tachi-Gata /Sockellaterne stand jahrelang in ihrem Privatgarten in Tokyo und hat dort sogar starke Erdbeben überstanden. 

Besonders früh morgens, wenn noch nicht so viele Besucher anwesend sind, lohnt sich ein Besuch des Japangartens.

In der Mitte des Japangartens befindet sich eine Teichanlage.

Das Feuerwerk der Farben beginnt im März/ April mit der Kirschblüte, danach blühen die Azaleen im Randbereich und im Herbst folgt dann die Laubfärbung. Begleitet wird das Feuerwerk durch blühende Kamelien und Rhododendren. Die Kiefern werden jährlich im Sommer geschnitten. Leider können sie aufgrund unseres Klimas nicht so stark geschnitten werden wie in Japan üblich. Japanischer Überlieferung nach wohnen in den Triebspitzen Geister. Araki soll bei einem Besuch in Hamburg, beim Anblick der Kiefern, gesagt haben, dass wir hierzulande sehr mutig sein müssten, weil wir anscheinend keine Angst vor großen Geistern hätten.


Man braucht nicht unbedingt einen großen Garten, um ein wenig asiatisches Flair im Garten oder auf dem Balkon zu genießen. Die Grundelemente Stein, Wasser und Pflanzen sorgen für eine ruhige, harmonische Atmosphäre. Kiefern, Zierkirschen, Ahorne (gerne auch in Bonsaiform), Azaleen, Blattschmuckstauden, Farne und Gräser bilden einen tollen Kontrast zu Wasser, Holz und Stein. Alles sollte möglichst schlicht gehalten sein und aus natürlichen Materialien bestehen. Anregungen für die Gestaltung gibt auch ein Besuch im Botanischen Garten. Besonders früh morgens, wenn noch nicht so viele Besucher anwesend sind, lohnt sich ein Besuch des Japangartens.

Angela Jahns/mk

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