Was wächst denn da? - Teil 14
Indian Summer im Botanischen Garten – ein Feuerwerk der Farben
Man kann sie unmöglich alle kennen oder über Detailwissen zu den schönen Bäumen, Büschen, Gehölzen und Blumen verfügen, die in den vielen Gärten und Parkanlagen in den Elbvororten grünen und blühen. Mit Anne Krischok, die Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens ist, und dem Team der Anlage an der Ohnhorststraße in Klein Flottbek, stellen wir einige Pflanzen vor und berichten über Besonderheiten. In diesem Teil geht es um buntes Herbstblattwerk.
Zu den Nadelbaumarten, die im Herbst ihre Nadeln abwerfen, gehören die Sumpfzypressen (Taxodium distichum). Fotos: Jahns
Der Herbst ist perfekt, um den Botanischen Garten von einer ganz anderen Seite kennenzulernen: Bei einem Spaziergang an einem kühlen sonnigen Herbsttag kann man die herbstliche Farbenpracht dort so richtig genießen. Im Herbst wird der grüne Blattfarbstoff, das Chlorophyll, mit dem die Pflanzen die Energie des Sonnenlichts für die Bildung von Zucker nutzen, abgebaut und in den Wurzeln, Ästen und im Stamm eingelagert. Dadurch kommen die gelben, roten und orangefarbenen Pigmente im Blatt zum Vorschein. Das kann man sehr gut beim Rotahorn (Acer rubrum) beobachten.
Im Herbst wird der grüne Blattfarbstoff, das Chlorophyll, mit dem die Pflanzen die Energie des Sonnenlichts für die Bildung von Zucker nutzen, abgebaut und in den Wurzeln, Ästen und im Stamm eingelagert.
Verantwortlich für die rote Herbstfärbung sind Anthocyane in den Blättern. Sie schützen unter anderem die Pflanzen vor dem starken UV-Licht der Sonne. Mit den Abbauprozessen bildet sich eine dünne Korkschicht. Sie verschließt die Verbindungskanäle und verhindert, dass Parasiten und Krankheitserreger in die Pflanze eindringen. Sobald die Korkschicht fertig ist, reicht schon ein kleiner Windstoß, und das Blatt fällt zu Boden. Das ist besonders nach kalten Nächten zu beobachten.
Vor allem die unterschiedlichen Sorten der Fächerahorne (Acer palmatum) begeistern die Besucherinnen und Besucher. Diese Bäume sind auch für den Hausgarten geeignet. An einem sonnigen, geschützten Platz wird die Art etwa fünf bis sieben Meter hoch und ebenso breit. Etwas kleiner bleibt der Rote Fächerahorn (Acer palmatum ‘Atropurpureum’). Ein Highlight ist die Sorte „Osakazuki“. Sie treibt früh aus, wobei die jungen Blätter zunächst kupferbraun gefärbt sind und erst später grün werden. Im Herbst färben sich die Blätter dann karminrot.
Ein Highlight ist der Fächerahorn „Osakazuki“.
Manche Blätter leuchten feuerrot.
Von Gelb über Orange und Kupfer bis hin zu violett färben sich die Blätter des Persischen Eisenholzbaumes (Parrotia persica). Er erhielt seinen Namen aufgrund seiner Holzhärte. Der malerische Baum verzweigt sich von unten und wächst gleichermaßen in die Breite und Höhe. Er stammt ursprünglich aus Vorderasien und liebt gleichermaßen sonnige Standorte und lichten Schatten. Die Wuchshöhe kann im Alter bei durchschnittlichen 450 Zentimeter bis neun Metern liegen Er ist eher für größere Gärten geeignet. Auf der System-Wiese wächst ein wunderschönes Exemplar.
Ein absoluter Hingucker ist im Herbst der Korkspindelstrauch ( Euonymus alatus). Das vorher mittelgrüne Laub leuchtet feuerrot. Deshalb wird er in den USA „Burning Bush“ genannt. Er eignet sich gut für den Hausgarten. Für besonders kleine Gärten ist die Sorte „Nana“ zu empfehlen. Sie ist in der Phylogenetischen Uhr zu sehen.
Nicht zu übersehen ist die leuchtend gelbe Herbstfärbung vom Ginkgo (Ginkgo biloba).
Nicht zu übersehen ist die leuchtend gelbe Herbstfärbung vom Ginkgo (Ginkgo biloba). Hier werden die Carotinoide im Herbst gleichzeitig mit dem Chlorophyll abgebaut. Die Blattfarbe wechselt übergangslos von Grün zu Gelb. Die gelben Xanthophylle bleiben in den Blattzellen zurück und fallen ab. Da Ginkgos zu den zweihäusigen Pflanzen gehören, gibt es weibliche Bäume, an denen im Herbst Früchte reifen. Sie sind nach dem Blattfall besonders gut zu sehen.
Im Gegensatz zu ihren Verwandten blüht die Virginische Zaubernuss (Hamamelis virginiana) bereits im Herbst. Kurz danach färben sich die großen Blätter goldgelb. Neben dem Bauerngarten und in der Amerika-Abteilung sind die Pflanzen zu sehen.
Im Herbst wird der grüne Blattfarbstoff, das Chlorophyll, mit dem die Pflanzen die Energie des Sonnenlichts für die Bildung von Zucker nutzen, abgebaut und in den Wurzeln, Ästen und im Stamm eingelagert. Dadurch kommen die gelben, roten und orangefarbenen Pigmente im Blatt zum Vorschein.
Angela Jahns/ mk