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Was wächst denn da? - Teil 9

Unter Palmen

Man kann sie unmöglich alle kennen oder über Detailwissen zu den schönen Bäumen, Büschen, Gehölzen und Blumen verfügen, die in den vielen Gärten, Wintergärten und Parkanlagen in den Elbvororten grünen und blühen. Mit Anne Krischok, die Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde des Botanischen Gartens ist und dem Team der Anlage an der Ohnhorststraße in Klein Flottbek, stellen wir einige Pflanzen und Gärten vor und berichten über Besonderheiten. In dieser Folge geht es um eine Pflanze, mit der wir Urlaub im Süden verbinden: Palmen. Und im Botanischen Garten stehen viele wunderschöne Exemplare zum Bestaunen.

Palmen bilden ein dichtes Wurzelwerk und wurzeln am Naturstandort zum Teil sehr tief Fotos: BGHH/ Angela Jahns



Sie wecken Urlaubsgefühle: Palmen erinnern uns an tropische Paradiese, Sandstrand und blaues Meer. Bei einem Rundgang durch den Botanischen Garten können Besucherinnen und Besucher die Vielfalt der Palmen kennenlernen Viele Palmen sind in den tropischen Regenwäldern zuhause, einige Arten wachsen auch in trockenen Regionen und Höhenlagen. Die Palmen, die in den Oasen wachsen, haben sehr tiefe Wurzeln, die bis zum Grundwasser reichen. Einige wenige Palmenarten überstehen sogar den norddeutschen Winter. Zur Familie der Palmengewächse (Arecaceae) gehören mehr als 2000 verschiedenen Gattungen und Arten.


Einige Besucherinnen und Besucher sind überrascht, wenn sie erfahren, dass Palmen nicht zu den Bäumen gehören. Sie sind eher mit den Gräsern verwandt. Daher bilden sie auch keine Jahresringe, sondern bestehen aus Leitbündeln, die Wasser und Nährstoffe transportieren. Alle Palmen haben einen Vegetationskegel, das Palmenherz. Dort werden die neuen Blätter gebildet, die sogenannten Wedel. Wenn das Palmenherz beschädigt wird, stirbt die Pflanze ab.


Palmenfrüchte können ganz unterschiedlich aussehen.

Palmen können einhäusig sein, d. h. männliche und weibliche Blüten auf einer Pflanze, wie zum Beispiel bei der Butia am Eingang, oder zweihäusig sein, also männliche und weibliche Blüten auf verschiedenen Pflanzen, wie bei der Dattelpalme (Phoenix) oder der Hanfpalme (Trachycarpus). Ob es sich um eine weibliche oder männliche Pflanze handelt, kann man leicht anhand der Blütenfarbe erkennen: Die männlichen haben sehr dicht stehende und gelb gefärbte Blütenblätter, während die weiblichen hellgrüne und weniger dichte Blütenstände hervorbringen.

Palmenfrüchte können ganz unterschiedlich aussehen. Sie haben zum Teil eine große wirtschaftliche Bedeutung, wie die Dattelpalme (Phoenix dactylifera), die Kokospalme (Cocos nucifera) oder die Ölpalme (Elaeis guineensis). Yucca werden oft als Yuccapalmen bezeichnet, gehören aber zu den Spargelgewächsen. Die Baumfarne (Exotental) sehen den Palmen zwar sehr ähnlich, gehören aber zu den Farnen und vermehren sich durch Sporen. Palmen bilden ein dichtes Wurzelwerk und wurzeln am Naturstandort zum Teil sehr tief (Dattelpalme). Daher sollte man Palmen in einen eher tiefen Topf pflanzen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Anlage haben vor zwei Jahren die großen Kanarischen Dattelpalmen (Phoenix canariensis) aus dem Wüstengarten in größere Kübel umgetopft.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Anlage haben vor zwei Jahren die großen Kanarischen Dattelpalmen (Phoenix canariensis) aus dem Wüstengarten in größere Kübel umgetopft. Kanarische Dattelpalmen (Phoenix canariensis) sind in unserem Klima etwas robuster als die echten Dattelpalmen.


Die dekorativen Pflanzen eignen sich sehr gut als Kübelpflanzen im Sommer auf der Terrasse Sie benötigen eine gute Bewässerung und genügend Platz, um ihre attraktiven Wedel zu entfalten. Im Wüstengarten haben wir auch eine echte Dattelpalme (Phoenix dactylifera). Sie benötigt eine mittlere Jahrestemperatur von 21º C und kann in ihrer Heimat problemlos staubtrockenen Wüstenwinden widerstehen. Norddeutsche Sommer sind daher für sie eher nicht geeignet. 


In der Wüste dienen Dattelpalmen als wichtige Nahrungsquelle, gleichzeitig werden aus ihrem Holz und ihren Fasern traditionelle Bauwerke errichtet. Sie wachsen ohne Probleme nach. Und das zahlreich: Mittlerweile gedeihen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) sogar 20 Prozent des weltweiten Bestandes.

Datteln haben einen hohen Nährwert und sind im getrockneten Zustand fast unbegrenzt haltbar. 36 verschiedene Arten gibt es allein in den Vereinigten Arabischen Emiraten, die zu den weltweit führenden Produzenten zählen. Datteln werden kurz vor der Reife geerntet. Sie schimmern in den verschiedensten Farben – das Spektrum reicht von strahlendem Rot bis hin zu Safran-Gelb.


Yucca werden oft als Yuccapalmen bezeichnet, gehören aber zu den Spargelgewächsen.

Getrocknete Datteln sind süß, haben einen angenehmen Geschmack, sind sättigend und ohne Zusätze lange haltbar.  Dattelpalmen können sehr leicht aus Dattelkernen herangezogen werden. „Loki Schmidt, die Namensgeberin des Gartens, hatte jahrelang eine selbst ausgesäte Dattelpalme in ihrem Badezimmer“, berichtet Angela Jahns, Revierleiterin des Botanischen Gartens. Für Terrassen und zum Auspflanzen in den Garten sind in unseren Breiten Chinesische Hanfpalmen (Trachycarpus fortunei) sehr gut geeignet. „Im Botanischen Garten haben wir in den letzten Jahren einige im Bambusgarten, am Café, im Exotental und im Chinagarten ausgepflanzt“, so Angela Jahns.

Außer den Hanfpalmen (Trachycarpus) wurden in den vergangenen Jahren auch Palmettopalmen (Sabal palmetto) aus dem südöstlichen Nordamerika ausgepflanzt. Als Winterschutz wird der Wurzelbereich mit Herbstlaub abgemulcht. Das Palmherz wird mit einem Vlies vor winterlicher Nässe geschützt. Die Pflanzen leiden nicht nur im Winter bei Nässe, sondern auch in kühlen nassen Sommern mit wenig Sonne.

mk/ Angela Jahns


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