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Osterfeuer am Elbstrand

Zoff ums Osterfeuer geht weiter – wenige Tage vor Ostern gibt es noch kein grünes Licht für die Feuerbauer

Wenige Tage vor Ostern ist immer noch nicht sicher, ob die Osterfeuer am Strand wieder ausgerichtet werden. Knackpunkt ist ein neues Konsenspapier der Bezirksverwaltung in Altona, das bei den Feuerbauern, die traditionell die vier Holzhaufen am Strand aufschichten, zu einer Krisensitzung geführt hatte.

Wenige Tage vor Ostern ist es immer noch nicht sicher, dass die Osterfeuer am Elbstrand in Blankenese brennen werden. Foto: Adobe Stock/Nils


BLANKENESE
3. April 2022
LOKALES

Die Zusammenkunft war notwendig geworden, weil die Verwaltung die Feuerbauer überraschenderweise mit weiteren Inhalten zur Gestaltung konfrontiert hatte. Und recht kurzfristig solle das Schreiben unterzeichnet werden, „Andernfalls gehe ich davon aus, dass eine verlässliche Zusammenarbeit im Sinne der Sicherheit der Blankeneser BürgerInnen bei einem Ereignis, von dem potenziell große Brandgefahr ausgeht, nicht gewährleistet ist“, so heißt es in dem Schreiben, dass unserer Zeitung vorliegt.

 „Die Bezirksverwaltung hatte aber in der Sitzung am 10. Februar dieses Jahres beschlossen, dass der Altonaer Kompromiss von 2018 weiter gilt. Dies müsste die Bezirksamtsleiterin umsetzen und nicht mit neuen Vorschlägen kommen. Das Ganze ist sehr unschön“, so Walter Scheuerl, der für die Feuerbauer spricht.


So werden von Amts wegen unter anderem neue Vorgaben bezüglich der Sicherheit der Besucherinnen und Besucher gemacht. Ganz so hoch, wie man es von den Blankeneser Osterfeuern gewohnt ist, werden die Haufen wohl nicht aufgeschichtet werden dürfen. „Die Maße, die Amtsleiterin von Berg vorgeben möchte, würden aber zu breiten Haufen mit viel mehr Funkenabflugfläche führen, als die traditionell gebauten, höheren Feuer. Das ist reine Geometrie für Kegelmaße“, so Scheuerl. Doch wie nun auf den Amtsschimmel reagieren? „Die Feuer sollen auf jeden Fall nicht ausfallen. Deshalb wurde das Papier fristgerecht mit kleinen, redaktionellen Änderungen unterzeichnet“, so Scheuerl. Soll unter anderem heißen: „Diese Absprache wurde zeitlich bis 2025 begrenzt. Danach soll erhoben werden, wie sich die Veranstaltung mit den Vorgaben entwickelt hat. Auch die neuen Maße für die Haufen seien sachlich nicht vernünftig und müssten überprüft werden, so Scheuerl. Doch dies solle kein Problem darstellen. Die Kuh sei vom Eis, so der Blankeneser. Auch Oliver Diezmann, Vorsitzender der Blankenese Interessen-Gemeinschaft, hofft auf grünes Licht von Amts wegen. „Es wäre gut für die Menschen in den Elbvororten, sich nach drei Jahren endlich mal wieder bei den Osterfeuern treffen zu können.“ Doch die Bezirksverwaltung lässt die Verhandlungspartner aus Blankenese zappeln. Auf Nachfrage unserer Zeitung heißt es: „Aus der Rückmeldung ergeben sich für das Amt noch offene Fragen, so dass eine Einigung der beiden Parteien mit dem heutigen Tag noch nicht erzielt und damit die Voraussetzung zur Durchführung der Osterfeuer ebenfalls noch nicht geschaffen wurde.“


Henrik Strate, SPD-Bezirksversammlungsabgeordneter, erinnert an die Beschlüsse der Bezirksversammlung und setzt daher auf die Einsicht vom Amtsleiterin Dr. Stefanie von Berg. „Die Bereitschaft der Feuerbauerinnen und Feuerbauer, so kurzfristig ein tragfähiges Konsenspapier zu verhandeln und zu unterstützen, gebührt großer Respekt. Es zeigt die große Bereitschaft der Blankeneserinnen und Blankeneser, alles erdenklich Nötige für die Traditionsfeuer zu ermöglichen. Nun liegt es an der Bezirksamtsleiterin, entsprechend der Beschlüsse der Bezirksversammlung zur Fortführung der Osterfeuer am Elbstrand mit ihrer Unterschrift den Weg frei zu machen.“  

mk

  • Hintergrund des Streits um die Jahrhunderte alte Tradition der Blankeneser Osterfeuer ist unter anderem eine veränderte Gesetzeslage, die Veranstaltungen mit mehr als 10 000 Besucherinnen und Besuchern anmeldepflichtig macht. Bei den für dieses Jahr geplanten Feuern stehe demnach die Sicherheit im Mittelpunkt.
    In den Jahren vor Corona waren bis zu 25 000 Menschen am Ostersonnabend zu den vier großen Feuern an den Elbstrand vor Ort.
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