Wildgehege Klövensteen
Viel Geld – viel Zoff und kein Herz für Kinder?
Auf den ersten Blick sind es gute Neuigkeiten für das Wildgehege im Klövensteen am Sandmoorweg: Im Rahmen der Hamburger Haushaltsverhandlungen haben sich nun die Rot-Grünen Bürgerschaftsfraktionen für den Erhalt des Wildgeheges eingesetzt.

Für die Zukunft des Wildgeheges im Klövensteen geht es auch um den Standort des beliebten Kinderspielplatzes.Foto: mk
Mehr als eine Million Euro stehen für die Einrichtung bereit. Dazu die Grünen-Bürgerschaftsabgeordnete Filiz Demirel: „Für die Sanierung stehen nun eine Million Euro, für die laufenden Kosten rund 75 000 Euro jährlich für die nächsten zwei Jahre bereit, damit ist das Wildgehege Klövensteen finanziell abgesichert, und es kann in dieser Zeit ein vernünftiges Konzept entwickelt werden. Die Bürgerinnen und Bürger in Altona können nun entscheiden, wie die Zukunft ausgestaltet wird, das letzte Wort hat dann die Bezirksversammlung Altona. Aber sicher ist nun, das Geld dafür steht bereit!“ Jedoch kann es nicht verbaut werden. Denn: Seit Monaten setzen sich, wie berichtet, zwei Bürgerinitiativen (BI) für ein neues Konzept für die alte, 24 Quadratmeter große Anlage, ein. Während die BI „Rettet das Wildgehege“ im Klövensteen“ sich unter anderem dafür stark macht, dass der Wildtierbestand so erhalten bleibt, wie er ist, plädieren die Mitglieder von „NaturErleben Klövensteen“ für weniger Tierschau, dafür aber mehr Informationen über die heimische Flora und Fauna.

So sehen die Planungen des Bezirksamtes für den Spielplatz aus: Er soll Demnach künftig nicht mehr vor dem Eingang des Wildgeheges zu finden sein, sondern innerhalb der Anlage. Foto: Bezirksamt Altona
Nun soll im Rahmen eines Mediationsverfahrens eine Einigung erzielt werden. „Darauf haben wir uns mit der Bürgerinitiative ‚Rettet das Wildgehege Klövensteen‘ verständigt“, berichtet Jörn Steppke von der BI „NaturErleben Klövensteen“. Momentan werde ein Moderator für das Verfahren gesucht. Und es gibt viel zu beraten. Zum Beispiel auch, wo der bei Eltern und Kindern sehr beliebte Spielplatz künftig zu finden ist.
So gibt es bereits von Seiten der Bezirksverwaltung Pläne und Finanzen zur Neugestaltung und Verlegung in die Anlage. Eine entsprechende Mitteilungsdrucksache, die dem Rissener vorliegt, wurde den Abgeordneten der Bezirksversammlung jüngst vorgelegt.
Demnach plant die Behörde, die Anlage im Wildgehege zu errichten – ein Vorhaben, das offenbar von den Bürgerbegehren erst einmal ausgebremst wurde. So heißt es im Papier, dass die Vorlage der Planungen für einen Spielplatz innerhalb des Wildgeheges zur Zustimmung vorläufig zurückgestellt wird, „um den beiden angemeldeten Bürgerbegehren nicht vorzugreifen.
Das Bezirksamt wird außerdem gebeten, sich bei der Finanzbehörde dafür einzusetzen, ob, beziehungsweise, dass die Haushaltsmittel in das Jahr 2023 übertragen werden können.“ Henrik Strate, SPD-Bezirkspolitiker und Vater eines Kleinkindes, bedauert dies. „Schade, dass sich der Bau eines neuen Spielplatzes verzögert. Aber es ist gut, dass die Mittel auch im künftigen Jahr zur Verfügung stehen.“
Wie stehen nun die BI zum Thema Spielplatz? „Wir sehen es kritisch, dass der Spielplatz ins Wildgehege verlegt werden soll, denn wir wollen, dass er an allen Wochentagen, rund um die Uhr, zugänglich ist für die Kinder. Der Spielplatz ist ein Highlight für die Besucher. Dafür setzen wir uns ausdrücklich ein. Das Thema ist sehr wichtig für uns“, sagt Jörn Steppke, Sprecher der BI „NaturErleben Klövensteen“. Deshalb würden die vorliegenden Standortplanungen für den Spielplatz nur dann Sinn machen, „wenn auch das Wildgehege entsprechende Öffnungszeiten vorhält. Jetzt ist es nur an vier Tagen in der Woche eingeschränkt zugänglich“, so Steppke weiter.
Jens Sturzenbecher von der BI „Rettet das Wildgehege im Klövensteen“ winkt ab. „Wir wollen uns im laufenden Verfahren nicht zu einzelnen Themen äußern. Aber auch der Spielplatz wird am Rande Gegenstand der Beratungen sein.“ Bis Ende Januar ist nun Zeit, sich auf einen Zukunftsplan fürs Wildgehege und auch für den Spielplatz, zu verständigen. Klappt das nicht oder legen Bezirksversammlung und Bezirksamt ihr Veto ein, kommt es zum Bürgerentscheid.
mk
