Parteien-Wahlpartys
SPD und Grüne legen zu – CDU bricht ein
Sonntag, 26. September, kurz nach 18 Uhr, die Wahllokale hatten gerade geschlossen, da wurde es im Zuge der ersten TV-Ergebnisprognosen lebhaft im Schrödinger’s im Schanzenpark, wo die Grünen ihre Wahlparty mit 150 Gästen feierten. 14,9 Prozent für die Grünen wurden vorausgesagt – und diese Zahl wurde bejubelt. Bundestagskandidatin Linda Heitmann und Bürgerschaftsabgeordnete Filiz Demirel standen in der ersten Reihe vor der Bühne, auf der die Auszählungen mittels TV bekannt gegeben wurden. „Ich bin jetzt vorsichtig optimistisch“, sagte Linda Heitmann und Filiz Demirel betont, dass dies „das beste Ergebnis für die Grünen in ihrer Geschichte“ sei.

Filiz Demirel (2. v. l.) und Linda Heitmann (3.v.li.) freuten sich über das Grünen Wahlergebnis. Fotos: mk
Knapp eine Stunde später ging die Sonne rot schimmernd hinter den „tanzenden Türmen“ auf St. Pauli unter. Und in den Katakomben vom „Mojo Club“ an der Reeperbahn, in dem die SPD-Wahlparty gefeiert wurde, glommen die roten Scheinwerfer auf. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz erschien via Übertragungsgerät, und die Besucherinnen und Besucher reckten die Arme hoch. „Olaf, Olaf“, riefen manche begeistert nach den ersten Hochrechnungen, als die SPD knapp vor der CDU bei 24,9 Prozent lag. Dann wurde es ruhiger. Zu gering ist der Abstand zu den Christdemokraten. „Olaf wird es schon schaffen. Ich tippe auf 27 Prozent für uns“, sagte die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Philine Sturzenbecher. Sie ist optimistisch. Der SPD-Bundestagskandidat Matthias Bartke ist es nicht. Er kommt auch nicht zur Wahlparty.

Philine Sturzenbecher, SPD, tippte auf 27 Prozent für die SPD.
„Olaf, Olaf“, riefen manche begeistert nach den ersten Hochrechnungen, als die SPD knapp vor der CDU bei 24,9 Prozent lag. Dann wurde es ruhiger. Zu gering ist der Abstand zu den Christdemokraten. „Olaf wird es schon schaffen.
Ich tippe auf 27 Prozent für uns“, sagte die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Philine Sturzenbecher. Sie ist optimistisch. Der SPD-Bundestagskandidat Matthias Bartke ist es nicht. Er kommt auch nicht zur Wahlparty.
Später stellt sich heraus: Die „vorsichtig optimistische“ Grünen-Politikerin und vorherige Bürgerschaftsabgeordnete Linda Heitmann hat das Bundestags-Direktmandat in Altona gewonnen. Sie setzte sich nach Auszählung aller Stimmen gegen den Sozialdemokraten Matthias Bartke durch. Auf Heitmann entfielen nach Angaben der Landeswahlleitung 29,6 Prozent. Bartke, der den Wahlkreis seit 2013 in Berlin vertreten hatte, wurde mit 28,6 Prozent knapp geschlagen. Bitter.
Michael von Abercron, CDU, ist nicht mehr im Bundestag vertreten.
Ebenfalls nicht mehr im Bundestag vertreten ist der CDU-Abgeordnete Michael von Abercron. Ex-Bundesvize Ralf Stegner, SPD, gewann als Direktkandidat den Wahlkreis Pinneberg und zieht nun in den Bundestag ein. Der 61-Jährige setzte sich bei der Bundestagswahl nach Angaben des Kreises Pinneberg mit 31,27 Prozent gegen den Christdemokraten durch. Dieser hatte dort 2017 die Nase vorn gehabt, kam jedoch nun auf 26,07 Prozent der Erststimmen.
mk
