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Olympia für Hamburg

Große Chance für Stadt und Elbvororte

Am 31. Mai stimmen die Hamburgerinnen und Hamburger bei einer Wahl darüber ab, ob die Stadt den nächsten Schritt Richtung Olympia-Bewerbung gehen soll. Für den Rissener Olympiasieger Sebastian Biederlack ist die Richtung klar.

Für Sebastian Biederlack steht fest, was im Kern zählt. „Sport verbindet.“ Und genau darin liegt für ihn die größte Chance. Fotos: Sven Drews/Adobe Stock


RISSEN/HAMBURG
8. Mai 2026
SPORT
Marvin Hinrichsen

Wenn Hamburg über Olympia spricht, geht es um eine Entscheidung mit großer Wirkung für die Zukunft der Stadt. Am 31. Mai stimmen die Hamburgerinnen und Hamburger bei einer Wahl darüber ab, ob die Stadt den nächsten Schritt Richtung Bewerbung gehen soll.


Für den Rissener Olympiasieger Sebastian Biederlack ist die Richtung klar. Der ehemalige Hockey-Nationalspieler gewann 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking die Goldmedaille mit der deutschen Mannschaft. Über Jahre gehörte er zur Weltspitze und sammelte internationale Erfahrung im Spitzensport. Heute engagiert er sich unter anderem im Nachwuchsbereich und tritt als Botschafter für die olympische Idee auf.


„Es ist eine Riesenchance für Hamburg, sich der Welt zu öffnen und zu präsentieren“, sagt Biederlack. Die Stadt könne zeigen, wofür sie steht. Offenheit, Vielfalt und ein modernes Deutschland. Auch wirtschaftlich sieht Biederlack große Möglichkeiten. „Wir haben die Chance, langfristig zu profitieren. Durch Tourismus, durch Investitionen und durch das, was im Hintergrund entsteht.“ Gemeint ist vor allem der Ausbau der Infrastruktur. Projekte im Bereich Verkehr, Sport und Stadtentwicklung könnten langfristig wirken. Viele Betriebe würden profitieren. Auch Hamburg sieht in einer möglichen Bewerbung große Chancen. Nach Angaben der Stadt soll ein nachhaltiges Konzept im Mittelpunkt stehen. Bestehende Sportstätten sollen genutzt und neue Anlagen so geplant werden, dass sie langfristig weiterverwendet werden können. Außerdem verweist die Stadt auf kurze Wege, eine kompakte Planung und Investitionen, die Hamburg dauerhaft zugutekommen sollen. Für Biederlack steht vor allem die gesellschaftliche Wirkung im Mittelpunkt. „Wir haben die Möglichkeit, die Gesellschaft durch Sport noch mehr zusammenzubringen.“ Olympia könne ein Projekt sein, hinter dem sich die ganze Stadt versammelt. Eine gemeinsame Idee, die Identifikation schafft und Menschen verbindet. Gerade in schwierigen Zeiten könne das ein wichtiger Impuls sein.

Rudern, Weitsprung und Schwimmen gehören zu den olympischen Disziplinen, die spannende Wettkämpfe versprechen.
Fotos: Adobe Stock


Ein besonderer Fokus liegt für ihn auf Kindern und Jugendlichen. „Wir können ganz viele Kinder begeistern.“ Die Nähe zu Olympia könne Motivation schaffen und den Sport wieder stärker in den Alltag bringen.Biederlack kennt diese Wirkung aus eigener Erfahrung. Als Kind verfolgte er die Spiele im Fernsehen und war fasziniert von den Athleten. „Das hat mich total geprägt.“ Diese Faszination habe seinen eigenen Weg beeinflusst. „Das war ein Traum, der dadurch entstanden ist.“ Auch die emotionale Wirkung spielt für ihn eine große Rolle. Bilder von vollen Plätzen, gemeinschaftlichem Feiern und Begegnungen zwischen Menschen aus aller Welt seien prägend. Ein Beispiel dafür sind die Olympischen Spiele in Paris, bei denen genau diese besondere Atmosphäre weltweit sichtbar wurde. Das erzeugt eine unglaubliche positive Stimmung“, sagt Biederlack. Eine Stimmung, die nicht nur kurzfristig wirkt, sondern auch langfristig eine Stadt verändern kann. Ein weiterer Punkt ist für ihn die nachhaltige Entwicklung.


Themen wie barrierefreie Mobilität oder moderne Sportanlagen könnten durch Olympia beschleunigt angefasst werden. Gerade mit Blick auf die Zukunft sei das ein wichtiger Faktor. Für junge Menschen ebenso wie für eine älter werdende Gesellschaft. 


Kritische Stimmen gibt es dennoch. Initiativen wie NOlympia verweisen auf mögliche Kosten und Risiken. Biederlack nimmt das ernst. „Natürlich muss ein Budget realistisch sein“, sagt er. Gleichzeitig sieht er Chancen durch langfristige Nutzung und mögliche Investitionen. Ganz entkräften lasse sich die Kritik nicht. „Aber ich bin überzeugt, dass das Positive überwiegt.“ Am Ende liegt die Entscheidung bei den Bürgerinnen und Bürgern. Die Wahl am 31. Mai wird zeigen, ob Hamburg den Weg Richtung Olympia gehen will.Für Biederlack steht fest, was im Kern zählt. „Sport verbindet.“ Und genau darin liegt für ihn die größte Chance. Für Hamburg. Und auch für Rissen. 

mh

  • KOMMENTAR

Olympia für Hamburg: Mehr als nur Sport 

Wenn Sport eines kann, dann Menschen zusammenbringen. Für mich persönlich wäre ein großes Event wie Olympische Spiele in Deutschland ein echtes Geschenk. Man muss nur auf die großen Fußballturniere schauen, die Menschen zusammenbringen und für eine unfassbare Euphorie sorgen. Das „Sommermärchen“ der FIFA-Weltmeisterschaft 2006 ist dafür bis heute das beste Beispiel.


Umso weniger erschließt sich mir, warum gerade im Norden oft diese Miesepetrigkeit dominiert. Dieses ständige Schlechtreden, dieses „Das kann eh nichts werden“. Warum eigentlich? Warum nicht mal größer denken? Ich erinnere mich noch genau an einen Moment in Rissen: Bei der Kinderolympiade habe ich Sebastian Biederlack zum ersten Mal getroffen. Er hat damals seine Goldmedaille gezeigt. Für mich war das ehrfürchtig. Und ich habe gesehen, was das mit den Kindern gemacht hat. Diese Nähe zu echten Vorbildern, dieser Funke, der überspringt, das ist unbezahlbar. Olympia ist eben nicht nur ein paar Wochen Sport. Es geht um Inspiration, um Nachwuchs, um Vereine, die profitieren. Es geht um Infrastruktur, die bleibt. Und es geht um ein Land, das sich weltoffen zeigt.


Ich bin bereit für Olympia. Und Hamburg sowieso, als Tor zur Welt.
Deshalb stimme ich am 31. Mai mit Ja. Denn Sport verbindet nicht nur, er begeistert, inspiriert und bringt uns als Gesellschaft zusammen. 

Marvin Hinrichsen

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