Der Rissener - Elbflair media GmbH

Nadeln in Halloween-Süßigkeiten

Polizei ermittelt nach Fund an der Waitzstrasse

Eine 13-Jährige entdeckte nach dem Halloween-Sammeln eine Nadel in einem Schokoriegel. Auch aus Poppenbüttel wurde ein ähnlicher Fund gemeldet. Auf Anfrage unserer Redaktion erläutert die Polizei Hamburg die beiden angezeigten Fälle. Auch bundesweit beschäftigen solche Funde die Ermittler.

Eltern, deren Kinder an Halloween Süßigkeiten gesammelt haben, sollten Bonbons und Schokoriegel genauer ansehen. Symbolbild: Adobe Stock


GROSS FLOTTBEK
4. November 2026
LOKALES
Marvin Hinrichsen

Eine 13-Jährige hatte nach dem Halloween-Sammeln in Groß Flottbek eine Nadel in einem Schokoriegel entdeckt. Den Riegel soll sie am Vorabend im Bereich der Waitzstraße erhalten haben. Die Polizei Hamburg bestätigt auf Anfrage unserer Redaktion, dass der Vorfall angezeigt wurde. Auch in Poppenbüttel meldete eine Mutter einen entsprechenden Fund.


„Meines Wissens zufolge sind bislang zwei entsprechende Vorfälle angezeigt worden“, sagt Polizeisprecher Sören Zimbal. In beiden Hamburger Fällen blieb es ohne Verletzte. Nach Auskunft der Polizei war die 13-Jährige am Sonnabend, 31. Oktober, zwischen 17 und 18 Uhr, mit einer Freundin an der Waitzstraße von Tür zu Tür unterwegs, um Süßigkeiten zu sammeln. Dabei seien die Mädchen auf zwei verkleidete Personen getroffen, bei denen es sich mutmaßlich um Jugendliche gehandelt habe. Von ihnen hätten sie einen Schokoriegel erhalten.


Eine Einzelheit fiel dem Mädchen nach ihrer Schilderung auf: Die beiden Verkleideten hätten bei der Übergabe „hämisch“ gelacht. Ob diese Personen den Riegel präpariert haben, geht aus der Antwort der Polizei nicht hervor. Erst am folgenden Tag habe die 13-Jährige den Schokoriegel ausgepackt und darin die Nadel bemerkt. Anschließend alarmierte das Mädchen selbst die Polizei.


„Der Schokoriegel wurde als Beweismittel sichergestellt“, s Söreon Zimbal. Die Ermittlungen führt das örtlich zuständige Landeskriminalamt, LKA 123. Es geht um den Verdacht der versuchten gefährlichen Körperverletzung. Wer die Nadel in den Riegel eingebracht hat und unter welchen Umständen dies geschah, bleibt nach den vorliegenden Angaben offen. Der zweite angezeigte Fall betrifft eine 30-Jährige, die am Sonnabendnachmittag mit ihren Kindern in Poppenbüttel Süßigkeiten gesammelt hatte. Die Familie war nach Polizeiangaben im Bereich Redderkoppel, Müssenredder, Voßstraat, Rehmbrook und Schulbergredder unterwegs.


Bei der Durchsicht der gesammelten Süßigkeiten am Montag entdeckte die Mutter eine Nadel in einem Schokoriegel. Daraufhin erstattete sie online Strafanzeige. Wo genau und von wem dieser Riegel ausgegeben wurde, geht aus der Polizeiauskunft nicht hervor. Auch zu einem möglichen Zusammenhang zwischen den beiden Hamburger Fällen enthält die Antwort keine Angaben.

„In beiden Fällen wurde keine Person verletzt“, betont Zimbal. Ähnliche Funde wurden nach Halloween auch aus anderen Teilen Deutschlands gemeldet. Nach einem Bericht des Deutschlandfunks ermittelt die Polizei in fünf Bundesländern. In Hannover entdeckte eine Neunjährige in einem Schokoriegel und zwei Kaubonbons jeweils eine Nähnadel. In Filderstadt in Baden-Württemberg fanden zwei Familien mehrere Nadeln in zwei Haselnuss-Schnitten, die ihre Kinder vom Süßigkeitensammeln mitgebracht hatten. Das berichtet der Deutschlandfunk unter Berufung auf Polizeiangaben.


Wer eine präparierte Süßigkeit entdeckt, sollte die Polizei informieren. Betroffene sollten dafür eine Polizeidienststelle aufsuchen. Sollte dies nicht möglich sein, könnten sie den polizeilichen Notruf wählen, erklärt Zimbal. Für die Ermittlungen ist die betroffene Süßigkeit selbst von Bedeutung. Sie kann den Fund belegen und zugleich Spuren tragen, die bei der Aufklärung helfen. „Da die präparierte Süßigkeit sowohl als Beweismittel als auch als Spurenträger von Relevanz ist, sollte diese sorgsam behandelt und im Original an die Polizei übergeben werden“, erläutert der Polizeisprecher.


Weitere Fälle in den ebenfalls von unserer Redaktion angefragten Stadtteilen Rissen, Sülldorf, Blankenese, Iserbrook, Nienstedten und Osdorf nennt die Polizei in ihrer Antwort nicht.

mh


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