Nabu-West dämmt die „Waldpest“ ein
Sie sind hübsch anzuschauen mit ihren weißen Blüten, und im Herbst freuen sich viele Vogelarten über die dunkelroten Beerenrispen. Aber die amerikanische Vogelkirsche, so der Name dieser Ziergehölze, die im 17. Jahrhundert von Adligen aus Nordamerika importiert wurden, hat einen großen Nachteil: Sie breitet sich schnell aus und verdrängt viele andere Bäume und Büsche.

Norbert Lischka (li.) und Thomas Eckhoff vor einem Vogelkirschenstrauch. Foto: mk
Zum Beispiel im Landschaftsschutzgebiet in den Brünschen, wo sie die Artenvielfalt gefährdet. Deshalb versuchen nun Thomas Eckhoff von der Nabu-Gruppe West und Norbert Lischka, Garten- und Landschaftsbauexperte, dieses Gewächs einzudämmen – was nicht so leicht ist, denn die Sträucher trotzen Frost und Hitze, halten durch ihr Herzwurzelsystem allen Stürmen stand.
Den Anfang macht ein Vogelkirschenstrauch am Adebarweg. Eckhoff hat seine Kettensäge mitgebracht. „Die amerikanische Vogelkirsche ist hier schon sehr präsent. Es gibt schon Bereiche, in denen nichts anderes mehr wächst. Deshalb wird sie von einigen Förstern sogar schon als Waldpest bezeichnet“, berichtet Thomas Eckhoff. Und nachdem er sich vom Bezirksamt Altona die Genehmigung geholt hat, darf er nun den Strauch kappen und „ringeln“. Dabei wird ein Ring mit einer Kettensäge in den Stamm gefräst. „Pilze siedeln sich an, und der Baum verfällt im Laufe der Jahre. “, so Eckhoff, der hofft, dass sich mit dieser Methode die unkontrollierte Ausbreitung verhindern lässt.
mk
Video Interview mit Norbert Lischka Thomas Eckhoff der Nabu West
