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Auf ein Wort: Marcus Petersen

„Ich möchte das Revier zukunftsfest machen“

Neuer Leiter für das Polizeirevier Wedel: Marcus Petersen im Gespräch. Wie sicher ist Wedel? Welche Herausforderungen kommen auf die Polizei zu? Und wie will der neue Revierleiter das Polizeirevier für die Zukunft aufstellen?

Wedels Bürgerinnen und Bürger sollen sich sicher fühlen, betont Polizeihauptkommissar Marcus Petersen. Foto: Polizeidirektion Bad Segeberg


WEDEL
22. September 2026
LOKALES
Marvin Hinrichsen

Wie sicher ist Wedel und vor welchen neuen Herausforderungen steht die Polizei? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Polizeihauptkommissar Marcus Petersen, 51 Jahre alt, künftig täglich. Als neuer Leiter des Polizeireviers, Gorch-Fock-Straße 9, übernimmt er das Ruder von seinem Vorgänger Marcus Korsus, der nach Norderstedt wechselte und von Interimsleiter Sascha Schmidt. Schmidt führt jetzt das Autobahnrevier in Elmshorn. 80 Polizeibeamte und -beamtinnen arbeiten bei der Wedeler Polizeidienststelle.


Sein Polizeistudium absolvierte der gebürtige Kieler von 1994 bis 1997 in Altenholz. Petersen kennt den Kreis Pinneberg aus unterschiedlichen Funktionen. Mehr als 15 Jahre arbeitete er beim Polizeirevier Pinneberg, wo er unter anderem den Ermittlungsdienst und den Bezirksdienst leitete. Zeitweise führte er zusätzlich die Polizeistation Appen. Später war er am Polizeirevier Elmshorn als Dienstgruppenleiter und Revierführungsbeamter tätig. Drei Jahre lang stand er zudem an der Spitze der Polizei in Barmstedt.


Der 51-Jährige lebt mit seiner Lebenspartnerin zusammen und hat drei Kinder. Seine beiden Töchter sind 20 und 22 Jahre alt, sein Sohn ist 13 Jahre alt. In seiner Freizeit betreibt er Sport. Bereits mit 15 Jahren wurde Petersen Schleswig-Holsteinischer Landesmeister im Judo.


Im Interview mit DER RISSENER spricht der neue Revierleiter mit unserem Redakteur Marvin Hinrichsen über die Sicherheitslage, Jugendkriminalität, Polizeipräsenz und die Zusammenarbeit über die Landesgrenze nach Hamburg.


  • DER RISSENER: Herr Petersen, Sie haben bereits viele Jahre im Kreis Pinneberg gearbeitet.
    Warum war Ihnen die Rückkehr so wichtig?

Marcus Petersen: Ich kenne den gesamten Bereich sehr gut und habe hier gewissermaßen auch mein polizeiliches Handwerk gelernt. Außerdem wohne ich selbst im Kreis Pinneberg und fühle mich der Region sehr verbunden. Deshalb war es mir wichtig, wieder hierher zurückzukehren.

  • Mit welchem Eindruck haben Sie das Polizeirevier Wedel übernommen?

Ich habe ein gut geführtes Revier mit etablierten Strukturen übernommen. Alles, was gut funktioniert, möchte ich natürlich erhalten und fortführen. Gleichzeitig werde ich prüfen, ob neue Strukturen oder Veränderungen erforderlich sind, um das Revier zukunftsfest zu machen. Schließlich gibt es immer wieder neue Herausforderungen, denen wir uns als Polizei stellen müssen.

  • Welche Herausforderungen sind das derzeit?

Dazu gehören beispielsweise hybride Bedrohungen oder die Gefahr eines Blackouts. Das sind Themenfelder, die zunehmend an Bedeutung gewinnen und mit denen sich auch die Polizei immer stärker beschäftigen muss. Wir müssen uns auf solche Entwicklungen einstellen und entsprechend vorbereiten.

  • Wie sicher ist Wedel aktuell? Gibt es Entwicklungen, die Ihnen Sorgen bereiten?

Im Moment bereitet mir die Sicherheitslage in Wedel keine besonderen Sorgen. Ich habe mich auch bereits im Vorfeld dazu informiert. Wir haben hier derzeit keine ausgeprägten Brennpunkte. Insgesamt würde ich Wedel aber als relativ sicher bezeichnen. Das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger kann natürlich von der objektiven Sicherheitslage abweichen. Ich betrachte es als Aufgabe der Polizei, dass die Wedeler Bürger nicht nur sicher sind, sondern sich auch sicher fühlen.

  • Jugendkriminalität war in Wedel ebenfalls immer wieder ein Thema. Wie stellt sich die Situation heute dar?

Die Jugendkriminalität hat hier zeitweise eine größere Rolle gespielt. Gerade am Hans-Böckler-Platz gab es in der Vergangenheit relativ viele Straftaten. Das hat auch das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen stark beeinträchtigt. Diese Entwicklung liegt allerdings vor meiner Zeit. Mittlerweile hat sich die Situation dort deutlich beruhigt.

  • Und welche Rolle spielen Einbrüche?

Einbrüche sind natürlich weiterhin ein Thema. Wenn jemand in die eigene Wohnung oder das eigene Haus einbricht, ist das ein erheblicher Eingriff in die Privatsphäre. Dass solche Taten das Sicherheitsgefühl beeinflussen, ist absolut nachvollziehbar.

  • Sie wollen das Revier zukunftsfest machen. Was möchten Sie konkret verändern?

Zunächst müssen wir uns die bestehenden Strukturen und Arbeitsabläufe anschauen. Wo können wir Dinge besser machen? Wo lassen sich Abläufe optimieren? Dabei muss man natürlich auch die personellen Rahmenbedingungen berücksichtigen. Die Personalbemessung erfolgt durch das Land. Ich kann also nicht einfach sagen, dass ich in Wedel 50 zusätzliche Beamte benötige und bekomme diese dann auch. Aber wir können prüfen, wie sich das vorhandene Personal möglichst sinnvoll und effizient einsetzen lässt. Darum geht es mir in erster Linie.

  • Wie ist das Polizeirevier personell aufgestellt? Kann die Polizei ausreichend Präsenz zeigen?

Bei uns arbeiten rund 80 Kolleginnen und Kollegen. Die sind allerdings nicht ausschließlich im Stadtgebiet Wedel eingesetzt. Zum Revier gehören sowohl der Standort Wedel als auch die Polizeistation Uetersen. Auf diese Dienststellen verteilt sich das Personal. Wir versuchen, möglichst viel Präsenz zu zeigen und können unserem gesetzlichen Auftrag nachkommen.

  • Wedel und Rissen gehen nahezu nahtlos ineinander über. Wie eng ist die Zusammenarbeit mit der Hamburger Polizei?

Die Zusammenarbeit über die Landesgrenze hinweg ist manchmal etwas schwieriger, als wenn beide Reviere zum selben Bundesland gehören würden. Es gibt aber regelmäßige Berührungspunkte. Einmal im Jahr findet beispielsweise ein Treffen zwischen den Revierleitungen in Wedel und Hamburg statt. Darüber hinaus kommen wir auch außerhalb dieser Termine zusammen, wenn es bestimmte Themen oder einen konkreten Anlass gibt. Es gibt also durchaus eine Zusammenarbeit, allerdings nicht so häufig und intensiv, wie man sich das vielleicht vorstellt.

  • Sie haben bei Ihrem Amtsantritt von transparenter Führung, einer positiven Fehlerkultur und Kommunikation auf Augenhöhe gesprochen. Was bedeutet das konkret?

Eine positive Fehlerkultur bedeutet für mich, dass man Fehler offen ansprechen kann, ohne dass daraus sofort ein persönliches Problem entsteht. Wenn ich beispielsweise einem Mitarbeiter eine Anzeige zurückgeben muss, weil darin ein Fehler enthalten ist, sollte die Reaktion sein: Ja, du hast recht, das mache ich beim nächsten Mal anders. Es geht darum, sachlich mit Fehlern umzugehen und sie nicht gleich auf die Beziehungsebene zu ziehen.


Transparenz bedeutet für mich außerdem, Entscheidungen nachvollziehbar zu machen. Als Führungskraft muss man manchmal auch unangenehme Entscheidungen treffen. Dann reicht es aber nicht, einfach zu sagen: Du musst das jetzt machen. Ich möchte erklären, warum eine Entscheidung getroffen wurde.

  • Was wünschen Sie sich von den Bürgerinnen und Bürgern im Umgang mit der Polizei?

Wir erleben zunehmend Respektlosigkeit und teilweise auch weniger Verständnis für unsere Arbeit. Das gilt natürlich nicht grundsätzlich für alle Menschen, aber diese Entwicklung ist durchaus spürbar. Ich würde mir wünschen, dass wir wieder stärker zu einem normalen und respektvollen Umgang miteinander zurückfinden. Dazu gehört gegenseitiges Verständnis.

  • Werden die Menschen Sie als Revierleiter auch persönlich auf Wedels Straßen erleben?

Ja. Ich war beispielsweise erst kürzlich gemeinsam mit der Bürgermeisterin unterwegs. Dabei haben wir eine Bürgersprechstunde angeboten, bei der die Menschen mich direkt ansprechen konnten. Solche Gelegenheiten möchte ich auch künftig regelmäßig wahrnehmen. Das wird natürlich nicht ständig möglich sein, aber der persönliche Kontakt zu den Bürgerinnen und Bürgern gehört für mich dazu.

  • Woran sollen die Menschen nach Ihrem ersten Jahr erkennen, dass sich unter Ihrer Leitung etwas bewegt hat?

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten. Wenn wir intern Strukturen oder Arbeitsabläufe optimieren, werden die Bürgerinnen und Bürger davon möglicherweise zunächst wenig mitbekommen. Die Polizei wird in der Öffentlichkeit vor allem an ihrer Präsenz und an der Kriminalitätsentwicklung gemessen. Mein Ziel ist es natürlich, dass wir als Polizei möglichst viel Präsenz zeigen. Wenn die Menschen nach einem Jahr etwas unmittelbar wahrnehmen können, dann vermutlich am ehesten dort.

  • Was erhoffen Sie sich persönlich von Ihrem neuen beruflichen Abschnitt in Wedel?

Ich habe immer viel Spaß und Freude an meinem Beruf gehabt. Ich liebe diesen Beruf tatsächlich und habe es nie bereut, mich für die Polizei entschieden zu haben. Deshalb hoffe ich, dass ich hier in Wedel noch einige zufriedene Jahre verbringen kann.

Danke für das Gespräch.

mh

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