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Hartnäckig für mehr Sicherheit

Zebrastreifen für Rissen? Ein Anwohner bleibt dran

Was Siegfried Röh vom Bürgerverein Rissen erlebt, seitdem er sich für einen Zebrastreifen an der Kreuzung Grete-Nevermann-Weg, Ecke Gudrunstraße einsetzt, erfahrt

Siegfried Röh zeigt den gefährlichen Kreuzungsbereich in Rissen. Er setzt sich für einen Zebrastreifen ein. Foto: mk


RISSEN
4. Mai 2026
VERKEHR
Michelle Kossel

Alltag an der Kreuzung Grete-Nevermann-Weg, Ecke Gudrunstraße: Eine Gruppe Schüler und eine Seniorin mit Rollator gehen über die Straße, in Richtung Bushaltestelle. Ein Auto überholt in forscher Geschwindigkeit – trotz Tempo-30-Zone - einen vor der Bushaltestelle abgestellten Bus und stoppt gerade noch vor den Schülern und der alten Dame. „Das ging ja noch glimpflich ab“, so Siegfried Röh, Zweiter Vorsitzender des Rissener Bürgervereins (BVR). Er beobachtet die angespannte Verkehrssituation in diesem Bereich schon eine Weile. „Hier ist es gefährlich geworden. Nicht jeder kann mit dieser unübersichtlichen Situation mit ungezählten Autos, Lkw und Bussen umgehen. Mir teilen viele Bürgerinnen und Bürger mit, dass sie sich unsicher fühlen beim Queren der Kreuzung“, so Röh im Gespräch mit unserer Zeitung.


Deshalb hatte sich das BVR-Vorstandsmitglied bereits im September vergangenen Jahres an den Rissener Wegewart gewandt und um die Einrichtung eines Zebrastreifens gebeten. „Eigentlich sind Zebrastreifen in 30er Zonen nicht vorgesehen, in besonderen Verkehrssituationen wird aber eine Ausnahme gemacht. Das sehe ich hier als gegeben an.“


Nachdem er keine Antwort erhielt, fragte Röh beim Bezirksamt Altona nach. „Man sagte mir dort, die Stelle des Wegewarts für Rissen sei vakant und noch nicht nachbesetzt worden. Ich solle mich erst einmal an den Blankeneser Wegewart wenden.“ Gesagt, getan. Also schrieb Röh den Kollegen im Nachbarstadtteil an. „Der hatte sich auch nicht gemeldet.“ Der engagierte Ehrenamtler fragte wieder bei der Verwaltung nach. „Ich sollte mich nun an den Wegewart in Altona wenden.“ Aber erneut habe es keine Reaktion gegeben, „und inzwischen ist fast ein dreiviertel Jahr ins Land gegangen.“ Aufgeben will Röh aber keinesfalls. „Ich habe den Bürgerinnen und Bürgern versprochen, mich einzusetzen. Das mache ich auch.“


Wir haben beim Bezirksamt nachgefragt. Ergebnis: Zum einen gibt es für Rissen wieder einen neuen Wegewart. Die Stelle sei zum 1. März dieses Jahres nachbesetzt worden. „Im Kreuzungsbereich Grete-Nevermann-Weg / Gudrunstraße wurden bereits Maßnahmen zur Verbesserung der Querungssituation umgesetzt. Dazu zählen Bordsteinabsenkungen, taktile Leitelemente sowie Sperrflächen zur Verhinderung ordnungswidrigen Parkens. Zudem gilt in allen einmündenden Straßen eine Tempo-30-Regelung, sodass aus Sicht des Bezirksamtes derzeit keine akute Verkehrsgefährdung festgestellt werden kann“, so heißt es weiter im Antwortschreiben der Verwaltung.


Außerdem erfolge die Einrichtung eines Fußgängerüberwegs - FGÜ, „Zebrastreifen“- nach einem klar geregelten Verfahren: Die Entscheidung über die Anordnung trifft das zuständige Polizeikommissariat (PK) - hier: PK 26 - auf Grundlage verkehrlicher Prüfungen. Das Bezirksamt ist anschließend für die bauliche Umsetzung zuständig. Aktuell befindet sich eine entsprechende Anfrage zur Prüfung beim PK 26, das Ergebnis steht noch aus. Im Falle einer positiven Entscheidung wird das Bezirksamt die Umsetzung veranlassen. Sollte die Prüfung negativ ausfallen, bleibt die bestehende Situation unverändert“, betont das Bezirksamt.

Weshalb Röh nun bislang keine Antwort auf sein Anliegen erhalten habe, begründet die Verwaltung mit zuletzt unbesetzten Stellen, einem erhöhten Anfrageaufkommen sowie mit einer „Priorisierung der Verkehrssicherung insbesondere während der Wintermonate.“


Ob das Anliegen aktuell bei der Polizei bearbeitet wird, wann hier mit einer Entscheidung zu rechnen ist und ob dies dem Bürgerverein Rissen dann mitgeteilt wird, darüber äußert man sich beim PK 26 nicht. Eine genaue Zeitansage könne nicht gemacht werden, heißt es hier. Obwohl dies alles andere als motivierend für das ehrenamtliche Engagement des BVR ist, betont Röh: „Ich gebe noch nicht auf!“ Auch wir bleiben dran.

mk

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