Der Rissener - Elbflair media GmbH

Aktionstag zum 9. November von „Blankenese miteinander“

Gemeinsames Gedenken an Schrecken, Terror und Opfer des NS-Regimes

Zum Jahrestag der Reichspogromnacht am Dienstag, 9. November, wollen alle Blankeneser Schulen, Sportvereine sowie Organisationen auf Initiative des Blankeneser Segel-Clubs und des Vereins „Blankenese Miteinander“ erstmals gemeinschaftlich das Andenken ihrer Mitbürgerinnen und Mitbürger pflegen, die Opfer der nationalsozialistischen Herrschaft geworden waren. Dafür haben sie für diesen Tag die Patenschaft eines oder mehrerer Stolpersteine in ihrer Nachbarschaft übernommen, wollen diese reinigen und auf vielfältige Weise vor Ort sowie schul- oder vereinsintern über die Biografie und das Schicksal der Personen „hinter“ ihren Stolpersteinen erinnern. Mit dieser Aktion möchten die beteiligten Schulen, Vereine und Organisationen Hamburg weit ein deutliches Zeichen für gesellschaftliche Verantwortung und gegen Ausgrenzung setzen.

Auch diese Stolpersteine sollen am 9.11. gesäubert werden: Mahnmale für die Künstlerin Ida Dehmel, ihre Freundin Irene Hess und deren Sohn Peter sowie für die Hausangestellte Lina Wolff vor dem Richard Dehmel Haus an der Richard-Dehmel-Straße 1. Foto: Blankenese Miteinander e.V.


BLANKENESE
25. Oktober 2021
LOKALES

Was vor zwei Jahren mit dem ehrenamtlichen Engagement von Sören C. Sörensen, stellvertretender Vorsitzender beim Blankeneser Segel-Club e.V. (BSC) begann, wird in diesem Jahr erstmals zum Statement eines ganzen Stadtteils. „Mir war es damals ein Anliegen, unsere Segeljugend am Gedenktag der Reichspogromnacht auf das Schicksal eines Blankenesers aufmerksam zu machen, der sich als Opfer des nationalsozialistischen Terrorregimes in der Nähe unseres Clubhauses in der Elbe das Leben genommen hatte“, erinnert sich Sörensen, passionierter Segler und Vater dreier Kinder. „Gemeinsam hatten wir dafür gesorgt, dass Spaziergänger an diesem Tag an seinem Stolperstein stehen blieben und erfuhren, wessen Leben hier zu Ende gegangen war. Damit haben wir unseren Mitbürger wieder in die Erinnerung unseres Stadtteils zurückgeholt.“


Motiviert von den positiven Rückmeldungen zu dieser Aktion entschied sich Sörensen, in diesem Jahr weitere junge Menschen aus Blankenese für die Pflege eines Stolpersteins am Dienstag, 9. November, zu gewinnen. Mit Erfolg: Über das Netzwerk des Vereins „Blankenese Miteinander e.V.“ haben sich alle Blankeneser Schulen, Sportvereine und Organisationen seiner Aktion angeschlossen.


„Vielleicht können wir mit unserem Engagement weitere Stadtteile dafür gewinnen, im nächsten Jahr auch gemeinsam das Andenken der Opfer nationalsozialistischer Herrschaft an ihrem Wohnort zu pflegen. Das wäre ein schönes Signal für mehr gesellschaftliche Verantwortung in unserer Stadt!“ Die Schulen, die sich an dem Aktionstag beteiligen, sind die Gorch Fock Schule, die Katholische Grundschule Blankenese Maria Grün, die Bugenhagenschule, das Gymnasium Blankenese, die Stadtteilschule Blankenese und das Marion Dönhoff Gymnasium. Von den Sportvereinen nehmen außer dem Blankeneser Segel-Club (BSC) und Mühlenberger Segel-Club (MSC) auch der Ring der Einzelpaddler, der Tennis-Club Blankenese, der Hamburger Golf-Club Falkenstein, der Spielvereinigung Blankenese (SVB) sowie die Dockenhudener Turnerschaft an den Aktionen zum Gedenktag teil. Des Weiteren sind die evangelische Kirche sowie der Verein zur Geschichte zur Erforschung der Juden in Blankenese an Bord. 

mk


  • Die zumeist vor Wohnhäusern in das Pflaster eingelassenen „Stolpersteine“ sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Seit 1992 informieren sie in Deutschland und
    26 weiteren Ländern Europas mit einer Messingplatte über einem Betonwürfel über die Lebensdaten und das Schicksal früherer Bewohner, die während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Selbstmord getrieben wurden. Anfang 2020 zählte das Projekt mehr als 75 000 Gedenksteine in fast 1 200 deutschen Städten und Gemeinden. In Blankenese erinnern heute 29 von ihnen an das Schicksal ehemaliger BewohnerInnen des Stadtteils.
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