Brünschenwiesen
Einigung zum neuen Schulgebäude an den Brünschenwiesen
Jetzt wurden in Sachen geplantes Oberstufenhaus für Stadtteilschule und Gymnasium an den Brünschenwiesen Fakten geschaffen: Der Hamburger Senat hat der geplanten Schul-Erweiterung zugestimmt.

Auf der Apfelwiese an den Brünschen wird das neue Oberstufenzentrum entstehen. Foto: mk
Für die Oberstufen beider Schulen soll an den Brünschenwiesen ein neues Schulgebäude mit Außengelände entstehen. Allerdings kleiner als vorgesehen. 0,7 Hektar von ursprünglich geplanten 2,7 Hektar werden bebaut. Für die restliche, verbleibende Schulerweiterungsfläche von gut 2,0 Hektar stimmt der Senat zu, dass im weiteren Verfahren der Flächennutzungsplan, das Landschaftsprogramm und die Bebauungspläne entsprechend geändert werden. Sämtliche ökologische Ausgleichsmaßnahmen werden primär an den nördlichen Brünschenwiesen umgesetzt werden, um hierdurch den Naturraum weiter aufzuwerten, so heißt es in einer Senatsmitteilung.
Schulgebäude und Schulhof sollen besonders ökologisch und naturnah gestaltet werden. Im Gegenzug soll der größte Teil der Brünschenwiesen dauerhaft als Natur- und Grünfläche erhalten bleiben und nicht bebaut werden.
Der Senat verbindet mit diesem Plan die Forderung der Schulen nach größeren Schulgebäuden und die Forderung von Bürgerinitiativen, die sich für den Erhalt der Brünschenwiesen eingesetzt hatten. Deshalb werden nur die notwendigsten Räume im Rahmen des Neubaus realisiert und besondere Fachräume wie Chemie- oder Theaterräume weiterhin am Hauptstandort genutzt werden. Dadurch konnte der Neubau für die 400 Oberstufenschülerinnen und -schüler auf 3000 Quadratmeter nutzbare Fläche und weniger als 2000 Quadratmeter Grundfläche begrenzt werden.
Die Schul-Außenanlagen werden naturnah gestaltet und nur in geringem Umfang versiegelt. Der Baumbestand wird - soweit es irgend geht - erhalten bleiben. Besonderes Augenmerk wird auf den Erhalt der Knicks gelegt, die für den Artenreichtum eine wichtige Rolle spielen. Das neue Schulgebäude soll sich harmonisch und integrativ in die Landschaft einfügen. So soll Holz als dominierendes Material verwendet werden. Wo dieses nicht möglich ist, sind Dach- und Fassadenbegrünung geplant, um den Artenreichtum des Gebiets zu fördern. Das Bürgerinitiativenbündnis (BI) zur Rettung der Brünschenwiesen sieht diesen Kompromiss positiv. „Wir begrüßen die Einigung und den konstruktiven Dialog mit der Umweltbehörde und das Ergebnis, dauerhaft die restlichen Flächen, die für die Schul-Erweiterung vorgesehen war, nun für den Naturerhalt zu sichern. Wir werden den Prozess weiter begleiten und hoffen auf die Änderung von Flächen- und Bebauungsplan durch die Behörde für Stadtentwicklung sowie auf einen Pflege- und Entwicklungsplan zur Aufwertung der sich bereits in Besitz befindlichen Areale der Stadt Hamburg durch die Umweltbehörde“, sagt Jörn Steppke von der BI auf Nachfrage unserer Zeitung.
Henrik Strate, SPD-Bezirkspolitiker, begrüßt es ausdrücklich, dass „mit dem behördenübergreifenden Senatsbeschluss eine weitere Bebauung der Brünschenwiesen ausgeschlossen wird und wir diesen wichtigen Natur- und Erholungsraum in dieser Form erhalten können.“ Die SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Philine Sturzenbecher stimmt zu. „Heute ist ein guter Tag für die Schülerinnen und Schüler in Rissen. Stadtteilschule und Gymnasium Rissen erhalten das dringend benötigte Oberstufenhaus, das ihnen auch künftig gutes und zukunftsweisendes Lernen am Schulcampus Rissen ermöglichen wird. Besonders freue ich mich darüber, dass es uns mit dem Standort auf der Apfelwiese gelungen ist, einen breit getragenen Konsens herbeizuführen.“ Dr. Anke Frieling, CDU-Bürgerschaftsabgeordnete für den Hamburger Westen, hofft indes, dass die Schul-Erweiterung auch wirklich ausreichend ist. „Der Kompromiss ist gut für die Anwohner und für die Natur. Man kann nur hoffen, dass mit den Schülerzahlen auch realistisch für den Standort geplant wurde. Wenn nicht, nun, dann muss man wieder neu überlegen“, sagt sie. Die Erweiterungsfläche an den Brünschen stehe dann jedoch nicht mehr zur Disposition.
mk
- Hintergrund: Bis 2030 werden die Schülerzahlen in Rissen um bis zu 20 Prozent steigen. Um für die künftigen Schülerinnen und Schüler mehr Platz zu schaffen, sollen Stadtteilschule und Gymnasium Rissen ein zusätzliches Oberstufengebäude bekommen. Die einzige als Schulerweiterungsfläche ausgewiesene Fläche sind die Brünschenwiesen. Das rund 2,7 Hektar große Gelände wird jedoch von vielen Rissener Bürgerinnen und Bürgern als naturnaher Erlebnis- und Erholungsraum geschätzt. Gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Rettet die Brünschenwiesen“ wurde ein Konzept entwickelt, um die Schulerweiterung mit einer Sicherung des Naturraums Brünschenwiesen in Einklang zu bringen.