„Wer hat, der gibt“
Demonstration „Wer hat, der gibt“ verlief friedlich und bunt
Vor einem Jahr im September waren bei einer Demonstration des Bündnisses „Wer hat, der gibt“ etwa 1100 Teilnehmer durch Harvestehude und Rotherbaum gezogen. Für die Demonstration am Sonnabend, 21. August, von Blankenese bis Nienstedten waren etwa 3000 Teilnehmer gemeldet. 1000 waren es dann etwa, die sich gegen 15 Uhr vom Erik-Blumfeld-Platz aus in Bewegung setzten. Die Demonstration verlief friedlich. Gegen 18.20 Uhr war die Schlusskundgebung in der Manteuffelstraße beendet.

Ein Teil des Demonstrationszugs des Bündnisses „Wer hat, der gibt“ formiert sich unter den Augen von Passanten. Foto: Blankenese Interessen-Gemeinschaft
Die Polizei begleitete die Demonstration mit einem Großaufgebot, um etwaige Ausschreitungen zu verhindern. Etwa 400 Kräfte waren im Einsatz. Sie mussten laut Informationen der Polizeipressestelle jedoch nur einschreiten, als gegen 15.30 Uhr Demonstranten der autonomen Szene Nebeltöpfe an der Elbchaussee/Ecke Mühlenberger Weg zündeten, es gegen 16 Uhr an der Stauffenbergstraße unter Demonstranten zu einer Schlägerei kam, am Nienstedter Marktplatz von zwei Demonstranten ein AfD-Wahlplakat beschädigt wurde und gegen Ende der Demonstration nochmals ein Nebeltopf qualmte. Teilweise hatten sich die Demonstranten kostümiert, führten goldfarbene Plakate mit sich und ließen Musik erschallen. Aber auch ein schwarzer Block zog mit. „Das war schon ein bisschen furchterregend“, sagt Oliver Diezmann, Vorsitzender der Blankenese Interessen-Gemeinschaft gegenüber unserer Zeitung. Die Blankeneser Geschäftsleute hätten noch die Bilder vom G20-Gipfel in Hamburg im Jahr 2017 im Kopf gehabt, betont Diezmann. „Wir waren daher erleichtert, dass die Demonstration so friedlich und bunt verlaufen ist“, sagt er.
Die Blankenese Interessen-Gemeinschaft hätte sich allerdings im Vorwege mehr Informationen gewünscht. Diezmann übt damit Kritik an der Öffentlichkeitsarbeit der Polizei: „Offiziell wurden wir nicht über den Streckenverlauf, der ja durch den Einkaufsbereich in Blankenese ging, informiert. Unsere Informationen hatten wir über die Sozialen Medien und über einen Zeitungsartikel.“
Einige Geschäftsleute hätten ihre Läden an dem Tag früher geschlossen und ihre Mitarbeiter vorsichtshalber nach Hause geschickt, andere hätten wie gewohnt geöffnet und auch vor ihren Geschäften Präsenz gezeigt, berichtet Diezmann. Uhrmachermeister Gunnar Laatzen, der sein Geschäft an der Blankeneser Bahnhofstraße betreibt, hatte regulär bis 14 Uhr geöffnet. Doch vorsichtshalber hatte er das Rolltor, das sich sonst erst abends schließt, runtergefahren. „Man wusste ja nicht, was sich eventuell ereignet. Ich bin froh gewesen, dass alles in Ordnung war, als ich gegen 18 Uhr vorbeischaute“, sagt der Geschäftsmann. Er hatte in den Medien bereits verfolgt, dass die Demo friedlich verlaufen war.
Einschränkungen hatte es allerdings für den Wochenmarkt Blankenese gegeben. Er schloss bereits um 12 Uhr statt um 14 Uhr und einige Händler seien erst gar nicht gekommen, weiß der Vorsitzende der Blankenese Interessen-Gemeinschaft Diezmann. Der friedliche und bunte Protestzug durch Blankenese, den zahlreiche Passanten am Straßenrand mit Staunen verfolgten, war Teil eines bundesweiten Aktionstages des linken Bündnisses mit dem Ziel: Wohlhabende sollen sich an den Corona-, Klima- und Gesundheitskrisen stärker beteiligen. Zahlreiche Beamte der Verkehrsdirektion waren eingesetzt, um Straßensperrungen und Umleitungen einzurichten. Gegen 18.45 Uhr wurden die Verkehrsmaßnahmen aufgehoben. Starke Verkehrsbehinderungen soll es nicht gegeben haben.
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