Hitzewelle: So kommt die Region durch die heißen Tage
Bürgerverein und ASB appellieren an gegenseitige Hilfe
Bis zu 38 Grad werden am Wochenende in Hamburg erwartet. Was jetzt wichtig ist.

Heiße Tage, warme Nächte: Die Region ächzt unter der Hitze. Foto: Adobe Stock
Auch im Dorf sorgt die angekündigte Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 38 Grad für Vorbereitungen auf ein außergewöhnlich heißes Wochenende- und für eine Absage des Nachmittagsprogramms fürs Sommerfest. Für den Rissener Bürgerverein (BVR) stand dabei vor allem die Sicherheit der Besucher und ehrenamtlichen Helfer im Mittelpunkt. Siegfried Röh, Zweiter Vorsitzender des Rissener Bürgervereins, sagt: „Es ist konkret von 14 auf 18 Uhr verschoben worden, weil die Hitze mit circa 36 Grad angekündigt worden ist, mit Hitzewarnung. Und das müssen wir zum Schutz unserer Teilnehmer machen, die aufbauen, zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger, die kommen wollen.“
Bereits in einem früheren Bericht informierte unsere Zeitung darüber, dass der ursprünglich für Sonnabend, 27. Juni, von 14 bis 18 Uhr geplante Festbetrieb einschließlich des Straßenflohmarktes aufgrund der angekündigten Extremhitze abgesagt wurde. Das Sommerfest fällt jedoch nicht komplett aus. Ab 18 Uhr sind Besucherinnen und Besucher zum „Rissener Sundowner auf dem Festplatz“ eingeladen.
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes nehmen die Zahl der Hitzetage und die Dauer von Hitzeperioden in Deutschland seit Jahren zu. Städte erwärmen sich dabei besonders stark, weil sich Gebäude und versiegelte Flächen tagsüber aufheizen und nachts nur langsam wieder abkühlen. Gerade ältere Menschen, chronisch Kranke sowie Säuglinge und Kleinkinder gelten bei extremer Hitze als besonders gefährdet. Das Umweltbundesamt weist zudem darauf hin, dass Hitze mittlerweile zu den größten klimabedingten Gesundheitsrisiken in Deutschland zählt.
Auch für die kommenden Tage gibt Röh den Menschen in Rissen einen klaren Rat: „Die sollen sich möglichst von der Sonne entfernt halten, trinken, trinken, trinken und sich keiner körperlichen Belastung aussetzen. Nur wenn sie Sport treiben wollen, möglichst am frühen Morgen oder am späten Abend.“ Für Röh ist die Entwicklung kein Zufall: „Ich bin fest überzeugt, das ist auch ein Zeichen des Klimawandels.“ Wer daran zweifelt, dem entgegnet er: „Guck doch mal die Statistiken an. Diese Statistiken sagen ganz eindeutig, dass die Temperaturen im Durchschnitt im Vergleich zu Vorjahren und auch zu Vorjahrzehnten stark gestiegen sind.“
Auch der Arbeiter Samariter Bund Hamburg Mitte bereitet sich auf mögliche Folgen der Hitze vor. Harald Krüger, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des ASB Ortsverband Hamburg Mitte, erklärt, dass die Halle 15 im Bedarfsfall als Abkühlzentrum genutzt werden könnte: „Wir werden in der Lage sein, das zu öffnen, wenn der Bezirk will, damit Menschen, die zu Hause unter der Hitze leiden, sich tagsüber hier aufhalten, ein bisschen Ruhe haben, runterkommen, etwas zu trinken bekommen oder betreut werden können.“ Abkühlzentren gehören inzwischen in vielen Städten zu den Maßnahmen des Hitzeschutzes. Sie bieten Menschen, deren Wohnungen sich stark aufheizen oder die gesundheitlich besonders gefährdet sind, einen kühlen Aufenthaltsort.
Besonders wichtig sei jetzt gegenseitige Aufmerksamkeit. „Wenn ich weiß, mein Nachbar kommt alleine nicht mehr richtig zurecht, dann ist es sicherlich nicht verkehrt, einfach mal zu fragen: Wie geht es Ihnen? Brauchen Sie ein bisschen Mineralwasser? Kann ich irgendwas machen, um Ihnen das Leben zu erleichtern“, so Krüger. Gerade ältere Menschen verspüren häufig weniger Durst und trinken deshalb zu wenig. Gleichzeitig verliert der Körper bei hohen Temperaturen deutlich mehr Flüssigkeit. Bereits ein leichter Flüssigkeitsmangel kann Schwindel, Kreislaufprobleme oder Konzentrationsstörungen verursachen. Deshalb empfehlen Mediziner, regelmäßig zu trinken und nicht erst zu warten, bis ein Durstgefühl einsetzt.
Außer ausreichend Flüssigkeit empfiehlt der ASB, körperliche Belastungen möglichst zu vermeiden, schattige Plätze aufzusuchen und Wohnungen tagsüber kühl zu halten. „Fenster nicht gerade tagsüber offen haben, sondern eher nachts, wenn es kühler ist.“ Außerdem rät Krüger zu heller, luftiger Kleidung sowie dazu, Einkäufe oder sportliche Aktivitäten möglichst in die frühen Morgen oder späten Abendstunden zu verlegen.
Die Prognosen zeigen, dass extreme Hitzeperioden künftig häufiger auftreten werden. Das Umweltbundesamt registrierte in den Sommern 2023 und 2024 jeweils rund 3000 hitzebedingte Todesfälle in Deutschland. Umso wichtiger sind einfache Schutzmaßnahmen und gegenseitige Unterstützung, damit besonders ältere und gesundheitlich angeschlagene Menschen die heißen Tage gut überstehen.
mh
- So schützen Sie sich bei großer Hitze
- Ausreichend trinken
Mindestens zwei Liter Wasser oder ungesüßten Tee über den Tag verteilt trinken. Nicht erst warten, bis Durst aufkommt. - Mittagssonne meiden
Körperliche Anstrengungen möglichst in die frühen Morgen oder späten Abendstunden verlegen. Zwischen 11 und 18 Uhr nach Möglichkeit im Schatten bleiben. - Wohnung kühl halten
Fenster, Vorhänge oder Rollläden tagsüber geschlossen halten. Erst in den kühleren Abend- und Nachtstunden lüften.
- Leichte Kleidung tragen
Helle, luftige Kleidung sowie eine Kopfbedeckung helfen, den Körper vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. - Auf andere achten
Besonders ältere Menschen, Alleinlebende oder gesundheitlich eingeschränkte Nachbarn fragen, ob sie Hilfe benötigen oder ausreichend trinken. - Warnzeichen ernst nehmen
Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Verwirrtheit oder Kreislaufprobleme können Anzeichen einer Überhitzung sein. In schweren Fällen sollte umgehend der Rettungsdienst unter 112 verständigt werden.
