Stolpersteine-Aktion
Blankeneser Grundschüler gedenken jüdischer Mitbürgerin
Gemeinsam mit vielen Vereinen und Schulen erinnern sich Grundschüler der Katholischen Schule Blankenese an die Nazi-Gewalt-Opfer der Reichspogromnacht am 9. November 1938.

Schülerinnen und Schüler der Katholischen Schule Blankenese am Gedenk-Stolperstein für Ilse Silbermann. Fotos: Schommer
Die Jungen und Mädchen waren mit ihrer Schulleiterin Eike Eichmann zu einem Stolperstein an der Godeffroystraße 38 aufgebrochen. Derim Pflaster eingelassene Gedenkstein für Ilse Silbermann wird von den Schülerinnen und Schülern vorsichtig gereinigt und aufpoliert.
Zuvor haben sich die Kinder über das Schicksal von Ilse Silbermann informiert. Eike Eichmann hat ihnen auf altersgerechte Weise vom Schicksal der Blankeneser Mitbürgerin und dem politisch-moralischen Niedergang Deutschlands berichtet: Die Fremdsprachenkorrespondentin arbeitete nach ihrer Entlassung als Haushaltshilfe in der Godeffroystraße, bevor sie schließlich im Jahre 1942 deportiert und im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurde.
Außerdem zündet Schülerin Felicitas eine Kerze an, die Dritt- und Viertklässler sprechen ein gemeinsames Gebet – und holen so das Schicksal Silbermanns wieder in die Gegenwart. Gemeinsam mit den Jungen und Mädchen befestigt die Schulleiterin noch einen Kranz und die Lebensgeschichte von Ilse Silbermann an einem nahestehenden Baum.
Erinnerungen, so Eichmann, seien das Wichtigste, was sie der jungen Generation mitgeben könne. „Deswegen haben wir an diesem Tag sehr gern die Patenschaft für diesen Stolperstein übernommen“, sagt die Schulleiterin. Schweigend stehen die Grundschüler noch eine Weile an der eingelassenen Erinnerung. So, wie viele andere Vereine und Schulen, die sich zeitgleich an diesem Tag auf Initiative des Vereins „Blankenese Miteinander“ auf den Weg gemacht haben – um zu erinnern, zu ermutigen und sich dem Antisemitismus und der Ausgrenzung von Beginn an in den Weg zu stellen. Damit das, was war, nie wieder geschieht.
mk




