SPD-Infobesuch bei der DLRG
Baden in der Elbe ist lebensgefährlich!
Im Zuge seiner Sommertour besuchte Dirk Kienscherf, Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Bezirk Altona (DLRG), an der Elbchaussee.

Auch eine Bootstour war Programmpunkt beim Infobesuch: Fotos: ros
Im Zuge seiner Sommertour besuchte Dirk Kienscherf, Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, Bezirk Altona (DLRG), an der Elbchaussee. Nachdem er sich im Carl-Osthoff-Haus über die Sicherheitslage am Elbstrand und die Maßnahmen der DLRG informiert hatte, ging es mit dem Boot zur Wasserrettungsstation nach Wittenbergen. Dort zeigten die Luftraumbeobachter, was mit den Drohnen der DLRG machbar ist und wie sie bei der Absicherung und Rettung am Elbstrand helfen. Das Wachgebiet reicht von Rissen bis zur Strandperle.
Warnschilder weisen auf die Gefahren hin.
Bezirksleiter Arto van der Meirschen, Kay Maaß, Leiter Einsatz, und die stellvertretende Leiterin Ausbildung Sarah Zange berichteten den Politikerinnen und Politkern aus Bürgerschaft und Bezirk über die DLRG Altona. Diese hat 1600 Mitglieder, davon 140 aktiv ehrenamtlich Tätige. Diese sind im Wachdienst und bei der Schwimmausbildung eingesetzt. Die DLRG finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und wenige öffentliche Mittel.
Im Fokus stehe momentan die Schwimmausbildung und die Aufklärung über die Gefahren am Elbstrand sagte Arto van der Meirschen.
Bei der Erhebung der Schwimmfähigkeit kam eine Rückläufigkeit heraus: 2015 konnten 52 Prozent der Viertklässler schwimmen, 2023 lag der Wert bei 49 Prozent. Diese Rückläufigkeit muss gestoppt werden. „Alle Lehrschwimmbecken sollen überprüft werden, um die Kapazitäten fürs Schwimmenlernen zu erhöhen“, sagte Frank Schmitt, Wahlkreisabgeordneter der SPD. Außer den Kursen sind auch Eltern gefragt. „Leider gehen immer weniger Eltern mit ihren Kindern schwimmen“, so Sarah Zange.
Immer wieder kommt es zu tragischen Unfällen, weil die Elbe als stark strömendes Gewässer unterschätzt wird und die Schwimmfähigkeiten nicht ausreichen. Wer an der Elbe wohnt, kennt den Tidenhub, der 3,5 Meter beträgt. Leider sehen Ortsfremde aus Unkenntnis nicht die Gefahren. Und Menschen aus Ländern, in denen wenig Wasser ist, fehlt die Risikoeinschätzung und die Schwimmfähigkeit. Hier braucht es dringend mehr Aufklärung. Erste Schritt sind getan. So weisen Schilder an der Elbe auf Strömung, Abbruchkanten und Schiffsverkehr hin. Außerdem gibt es Wasserrettungspunkt. Wenn man diese im Notfall durchgibt, weiß die Leitstelle sofort, wo es an der Elbe zu verorten ist und kann gezielt Rettungsfahrzeuge losschicken.
In Wittenbergen wurde die DLRG-Wache besichtigt.
Philine Sturzenbecher (SPD) berichtete über eine Initiative in Blankenese, die auf einem Informationsblatt in verschiedenen Sprachen über die Gefahren am Wrackstrand aufklärt - gemeint ist der Strandabschnitt rund um das Wrack „Uwe“ - wie zum Beispiel die steile Abbruchkante und starke Strudel. Diese Broschüre verteilte sich schnell über Eltern aus Schulen und Kitas. Die DLRG unterstützt diese Aktion. Bezirksleiter Arto van der Meirschen wies aber darauf hin, dass es weitreichendere Aktionen zur Aufklärung geben müsse. Hierfür wären Clips in den Sozialen Medien geeignet. Um diese professionell zu erstellen, brauche es Geld. Ein weiterer Appell an die Politik: Wenn die Mittel für den Bundesfreiwilligendienst reduziert werden, ist das eine Katastrophe – auch für die DLRG!
Mit den Booten „Greif 1“, das Anfang Juni 2024 in Dienst gestellt wurde und „Greif 5“, das schon 12 Jahre im Dienst ist, ging es über die Elbe nach Wittenbergen. Von Mai bis September ist die Station Wittenbergen am Wochenende – freitags, ab 18 Uhr, bis sonntags, 18 Uhr, mit mindestens sechs Personen besetzt. Die Einsätze reichen von kleinerer Erster Hilfe bis hin zu Ertrinkungsunfällen, inklusive Taucheinsatz.
„Wann kommen die Taucher zum Einsatz“, erkundigte sich Dirk Kienscherf. Das Tauchteam klärte auf: Da das Vorbereiten zum Taucheinsatz lang dauert, machen sich die Taucher auch fertig, wenn die zu rettende Person noch an der Oberfläche ist, um entsprechend eingreifen zu können. Auch wenn Kleidung am Strand gefunden wird, die niemandem vor Ort gehört, sind Taucher gefragt. „Taucheinsatz ist nie mit etwas Gutem verbunden“, sagte Lena Walcker von der Fachgruppe Tauchen. In der Elbe ist die Sicht so schlecht, dass man nur tasten kann. Zum Selbstschutz ist es auch besser, die Augen geschlossen zu haben, um vor Überraschungen geschützt zu sein.
„Man kann das Baden in der Elbe nicht verbieten“, sagte Arto van der Meirschen. „Es ist ein Lebensrisiko. Und wer solle ein Verbot umsetzen und Sanktionen aussprechen? „Man muss festhalten: Die Elbe ist nicht das ideale Badegewässer“, sagte Dirk Kienscherf und Philine Sturzenbecher ergänzte: „Eigentlich müsste man deutlich sagen: Bitte lasst es!“
ros
